Dem Gängeviertel bei der Sanierung zugucken

An der Planung beteiligt: die „Baukommission“ des Gängeviertels, die sich aus Mitgliedern der Initiative zusammensetzt.

Erster Tagung zum Gängeviertel sollen weitere folgen - Künstler-Initiative informiert

Von Christopher von Savigny. Es tut sich was im Hamburger Gängeviertel: Gut zweieinhalb Jahre nach der Besetzung durch eine Künstlerinitiative werden die Sanierungspläne für den über 150 Jahre alten Häuserblock zwischen Valentinskamp, Caffamacherreihe und Speckstraße konkreter. Bei einem „Bausymposium“ präsentierte das Denkmalschutzamt jetzt Untersuchungsergebnisse, die als Grundlage für die Anfang 2013 beginnenden Bauarbeiten dienen soll.
Weitere solche Tagungen im Abstand von vier bis sechs Wochen sind in Planung. Sie richten sich an Baubeteiligte, Ingenieure und die fachinteressierte Öffentlichkeit. Organisiert werden die Tagungen von der Initiative „Komm in die Gänge“, der Stadt-erneuerungs- und Stadtent-
wicklungsgesellschaft (steg), vom Denkmalschutzamt, von der Stiftung Denkmalpflege und vom Plan-R-Architektenbüro.
Wie sah das Gängeviertel früher aus? Diese Frage stellte sich Restauratorin Angelika Fischer-Menshausen, die im Auftrag des Denkmalschutzamtes unterwegs war. Zweieinhalb Wochen lang schabten sie und ihre vier Mitstreiter alte Farbschichten ab und stellten fest, dass einige Wände sieben mal und einige Türen bis zu 15 mal überstrichen worden waren. Ergebnis: „Es war nicht das düstere Gängeviertel, das wir erwartet hatten“, so Fischer-Menshausen. Schon damals hätten sich die Bewohner mit der Gestaltung viel Mühe gegeben. „Wir haben freundliche, helle Farben gefunden. Einige mit Mustern, die mit Schablonen aufgetragen wurden.“ Braun und erdig dagegen die Innenwände des Hauses an der Speckstraße – dort, wo heute die Jupi-Bar untergebracht ist. „Damals muss das gemütlich gewirkt haben“, sagt die Restauratorin.
In welcher Form das Ergebnis der Begutachtung in die Planung eingeht, steht noch nicht fest. Ini, Architekten, Denkmalschutzamt, Stadt und Bauherr (die steg) werden darüber beratschlagen. Bereits in den letzten zweieinhalb Jahren hatten die Künstler viel Kraft und Zeit in den Erhalt des Ensembles gesteckt. „Ohne die Initiative würde es das Gängeviertel in seiner heutigen Form nicht geben“, freut sich Christoph Schwarzkopf vom Denkmalschutzamt.
Infos zu den kommenden Symposien und Terminen: www.das-gaengeviertel.info
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