Deckel über Autobahn: Wer hat hier falsch gerechnet?

Vorne das Geländer an der Behringstraße. Hier soll nach dem Willen der Bürgerinitiative "Ohne Dach ist Krach" und der Altonaer Politiker der gegrünte Deckel über die A7 beginnen. Doch im Hamburger Rathaus sagt man: zu teuer! Der Deckel soll deshalb erst an der S-Bahn-Brücke (Bild Hintergrund) starten.
Der Deckel über die Autobahn in Bahrenfeld/Othmarschen kommt - aber nach dem Willen der Stadt soll er im Süden nicht auf Höhe der Behringstraße starten, sondern erst weiter nördlich, nämlich dort, wo die S-Bahn die Autobahn quert. Das Argument: Diese 220 Meter des insgesamt mehr als zwei Kilometer langen Deckels seien zu teuer. Bernt Grabow von der Intitiative „Ohne Dach ist Krach“ wirft den Mitarbeitern von Wirtschafts-, Finanz- und Stadtentwicklungsbehörde falsches Rechnen und den Abgeordneten im Hamburger Rathaus Desinteresse vor.
Auch Altonaer Politiker aller Fraktionen, allen voran Wolfgang Kaeser von der SPD, sind empört: Mit dem Verzicht auf den letzten Teil des Deckels vergebe man eine Jahrhundertchance.
„Ohne Dach ist Krach“ hat seit seiner Gründung vor knapp 18 Jahren solide Zahlen zur Finanzierung des Deckels vorgelegt - und damit erreicht, dass dieser, der vor Jahren noch als unbezahlbares, ja utopisches Projekt galt, nun gebaut wird. Umso weniger kann Grabow nachvollziehen, dass seine Berechnungen zum fehlenden 220-Meter-Teilstück gar nicht berücksichtigt wurden.
Dabei war es anders abgemacht. „Man hatte uns in einem Treffen mit Behördenvertretern am 29. August zugesagt, dass unsere Zahlen im Stadtentwicklungsausschuss am 6. September den Bürgerschaftsabgeordneten zugänglich gemacht würden. Unsere Zahlen und die der Behörde liegen nämlich total auseinander.“
Wo die Behörden ein Minus ausrechnen, kommt die Ini auf ein Plus. Grabow erklärt dieses Plus:„Verlagert man die Autobahnmeisterei aus der Baurstraße, so bleibt aus dem Verkauf von dann verwertbaren Baugrundstücken ein Überschuss von 1,7 Millionen Euro.“
Doch statt dem Ausschuss die Zahlen der Ini parallel zu den eigenen Zahlen zu präsentieren, hätten die Behördenvertreter dem Ausschuss nur lakonisch mitgeteilt, die Ini habe sich verrechnet. Worauf der Ausschuss gegen die Deckelverlängerung stimmte.
Grabow: „Ich nehme den Abgeordneten mehr als übel, dass da nicht ein einziger aufgemerkt und gefragt hat: Wieso? Dass keiner gefordert hat, die Behörde solle nachweisen, was an unseren Zahlen falsch sei“. Wie ein Hohn muss ihm vorkommen, was Andy Grote, Fachsprecher für Stadtentwicklung der SPD-Fraktion, verbreitet: „Die Initiative ist den Nachweis schuldig geblieben, dass die Verlängerung haushaltsneutral möglich ist.“
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