Das war 2012 in Altona

 
Riesenstockrose trotz Regensommer.
 
Michael Drywa hat den dicksten Kohlrabi.
 
Auch Altona muss an den Kindern sparen.

Rückblick auf das vergangene Jahr.

Januar
* Wer war schneller? Marla Charlotte Beatrix aus Altona? Oder Lieselotte aus Dresden? Am 1. Januar gibt es eine Diskussion darüber, wer das Bundesbaby 2012 ist. Marla ist eine Minute nach Mitternacht auf die Welt gekommen. Angeblich soll Lieselotte sich noch in den Zeitspalt zwischen 0 Uhr und 0.01 gedrängelt haben. Unstrittig ist jedenfalls: Die kleine Altonaerin ist Hamburgs erstes Baby 2012.
* Altonas Geigenkinder und ihr Lehrer Gino Ramero-Ramirez sind die Stars in dem Film „Zwanzig Geigen für St. Pauli“ - roter Teppich im Abaton.
* Latife Atmaz machte mit beim Wettbewerb für Elbe Wochenblatt Bürgerreporter. „Was nervt sie in ihrem Stadtteil am meisten?“ lautete die Frage, die beantwortet werden sollte. Latife sagt klar und deutlich und mit Sprachwitz: Ihr stinken die vielen Hundehaufen. Dafür gibts ein iPad als Gewinn.

Februar
* Im Bahrenfelder Dreieck zwischen von-Sauer-Straße, Bahrenfelder Chaussee und Straußstraße zieht ein Puff nach dem anderen ein. Das steckt dahinter: Ein Investor will in dem Dreieck bauen und kauft nach und nach alle Grundstücke auf. Bis er alle zusammen hat und starten kann, vermietet er die Häuser und Wohnungen an Zwischennutzer. Die heißen Ruby, Vicky und Erika....
* Ein denkmalgeschütztes Haus auf St. Pauli bricht ab und stürzt in die Baugrube nebenan. Der Investor wird verdächtigt. Das habe er extra gemacht, lautet der Vorwurf.
* Schaltjahr: Das Wochenblatt stellt Geburtstagskinder vom 29. Februar vor.
* Des Altonaers liebstes Kind: der Baum (dicht gefolgt vom Hund). Kein Monat, in dem nicht für einen Baum gekämpft wird, der gefällt werden soll. Im Februar ist es eine alte, bruchgefährdete Pappel im Bockrisweg. Anja Naschinski kämpft vergebens, die Pappel muss fallen.

März
* Eine neue Regelung für den Busverkehr tritt in Kraft: Vorne einsteigen ist angesagt! Fahrgäste besonders stark genutzter Linien sind genervt, weil sich die Wartezeiten nun noch mehr verlängern.
* Vor Gericht: die Chefin eines Kleingarten-Vereins - Kraut und Rüben in der Vereinskasse.
* Schlecker ist pleite! Kunden und Verkäuferinnen im Schock.
* Angestellte von Stage Entertainment - dem großen Musical-Unternehmen - gehen auf die Straße: Für die geplante Seilbahn über die Elbe haben die da oben Geld, für uns nicht! Der Hintergrund: die Angestellten bestimmter Sparten sollen in Leiharbeitsfirmen ausgegliedert werden.
* Wirte im Bezirk Altona sind sauer: Sie sollen ihre Bänke und Tische auf dem Gehweg zusammenrücken, damit die Fußgänger mehr Platz haben. Später gibts einen Kompromiss: Die Regelung gilt nur an ganz besonders engen Stellen.

April
* Frühlingsdom! Und die Wochenblatt-Leser können dicke, fette Kartenpakete gewinnen - die sind jeweils bis zu 400 Euro wert. Das Wochenblatt verlost die Ticket-Pakete auch zum Sommerdom und zum Winterdom und auch im Jahr 2013. Denn gute Traditionen sollte man beibehalten.
* Die Elternschule Altona hat nur eine einzige Stelle - und die soll auch noch hal-biert werden. Vorbote für eisernes Sparen an der Jugendarbeit.
* Zeißstraße 5: die Saga will das Haus umbauen, aber einige Mieter wollen nicht ausziehen und werfen der Saga Schikane vor.
* Alexander, sieben Monate jung, ist das Altonaer TV-Baby des Monats.

Mai
* Der Bezirk Mitte hat einen neuen „Bürgermeister“: Andy Grote (SPD), eingefleischter St. Paulianer, wird mit deutlicher Mehrheit zum neuen Bezirksamtsleiter gewählt. Sein Vorgänger, der zurückgetretene Markus Schreiber, findet schnell wieder einen (gut bezahlten) Job: als Prokurist in einem auf Wohnungsbau spezialisierten Immobilienunternehmen im feinen Harves-tehude.
* Die schönsten Wochenblatt-Fotos des Jahres: In der Wildtierstation in Altona werden zwei Eichhörnchen-Babys aufgezogen.
* Der Altonaer Spar- und Bauverein wird 120 Jahre alt. Und die Büba, die Bahrenfelder Kinderbücherei, feiert den 15. Geburtstag.
* Das Schuhgeschäft „Loveboots“ in der Ottenser Hauptstraße müsste eigentlich „Hateboots“ heißen - immer wieder werfen Unbekannte die Schaufenster ein.
* Zittern um „Stamp“ - das Straßenfestival - geht es 2012 trotz Geldnot über die Bühne? Antwort: Ja - aber nicht 2013.

Juni
* Das Altonaer Bezirksamt reicht auf Aufforderung der Sozialbehörde seine Vorschläge für Sparmaßnahmen in der Jugendarbeit ein. Die Listen sind geheim, dringen aber schnell an die Öffentlichkeit. Das Resultat: ein Aufschrei bei den betroffenen Einrichtungen und in der Lokalpolitik: „Sparen an der Jugend? Das wird sich rächen!“
* Zoff um den Goetheplatz. Bürgerinitiativen protestieren gegen das, was ein Investor dort bauen möchte. Sie wenden sich an Oberbaudirektor Jörn Walter. Der reagiert und wirft einen Kompromissvorschlag in den Ring. Dieser trifft allerdings auf betretenes Schweigen... keiner findet ihn gut.
* Ein Mann bessert in Eigenregie einen städtischen Brunnen aus. Darf er das? Eigentlich nicht, aber der Retter des Pinguinbrunnens im Altonaer Volkspark bekommt jede Menge Zuspruch.
* Und wieder mal: die Altonale. Über eine halbe Million Besucher sind zu Gast auf dem größten Stadtteil-Kulturfest Hamburgs. Besonders gefeiert wird „Altona macht auf“: Altonaer spielen und singen auf ihren Balkons und an ihren Fenstern.

Juli
* Riesenblume: Dem Wind und Regen trotzend ist diese Stockrose über drei Meter hoch geworden - das musste natürlich ins Wochenblatt.
* Die Gründerzeithäuser Breite Straße 114 und 116 sind verriegelt und verrammelt. Sie sollen abgerissen werden, Platz machen für einen Neubau. Unter Denkmalschutz werden sie nicht gestellt. Aber Anwohner und Initiativen haben die alten Häuser in ihr Herz geschlossen und fordern: Abrisspläne stoppen!
* Anschlag auf das Amtsgericht Altona: Farbbeutel, eingeschlagene Fenster, Brandsätze. Wers war, weiß keiner.
* Hilflos im Fahrstuhl: Am Altonaer ZOB steckte ein Rollstuhlfahrer fest. Was die Bahn hinterher verriet: Genau dieser Rollstuhlfahrer war schon mehrmals in genau diesem Fahrstuhl steckengeblieben. Jetzt wird ein neuer Fahrstuhl gebaut.

August
* Einschulung: 13.100 Hamburger Kinder freuen sich auf den ersten Schultag.
* Hamburgs gefährlichster Fußballplatz? Auf dem Grandplatz an der Bodenstedtstraße kommen Steine und Felsbrocken aus dem Boden - der Belag ist viel zu dünn. Ein junger Fußballer hat sich dort schon den Schädel aufgeschlagen. Die Verantwortlichen von Teutonia 1910 schlagen Alarm und fordern die Stadt auf: Saniert endlich diesen Platz!
* Nach dem Tod der 88-jährigen Kult-Wirtin Erna Thomsen ist ihre Kneipe, der legendäre Silbersack, in Gefahr. Acht Wochen bleibt er geschlossen - dann haben sich neue Eigentümer und ein neuer Betreiber gefunden. Das Konzept bleibt: Kein Schnickschnack im Silbersack!
* Bauwagengruppe Zomia: neues Zuhause in der Schanze.

September
* Schon 2011 in den Nachrichten - und auch 2012: Immer wieder brennen in Hamburg Autos.
* Das Wochenblatt unterstützt die Ausstellung eines Bürgerreporters: Michael Borkowski zeigt in der Trinitatis-Kirche historische Altona-Fotos und Fundsachen aus Baugruben.
* Das Straßenfestival Stamp ist gefeiert worden - im Nachgang ergeben sich hässliche Diskussionen: Wer hat das Festival finanziell gefördert, wer nicht? Und wer hat davon profitiert?
* Mann, ist der dick! Kleingärtner Michael Drywa erntet
einen Riesen-Kohlrabi von fast zehn Kilo Gewicht.
* Eine Jahrhundertpflanze blüht: In Planten un Blomen steht eine über 70 Jahre alte Agave in Blüte; der Blütenstand ist mehr als 7,50 Meter hoch und besteht aus rund 1.500 Einzelblüten. Eine botanische Sensation.

Oktober
* „Tausend Töpfe“ kündigt die Schließung an. Ein Hamburger Traditions-Kaufhaus vor dem Ende. „Das Internet ist Schuld“, sagt der Besitzer.
* Ein Preis für „Altona macht auf“, das Nachbarschafts-Theaterfest auf der Altonale. Es gehört bundesweit zu den schönsten Nachbarschaftsfesten Deutschlands 2012.
* Gute Nachricht für zwei Altonaer Schulen: Das Gymnasium Altona und das Gymnasium Allee sollen massiv ausgebaut werden.
* Am Hans-Albers-Platz brennt ein Hotel. Das Feuer bricht in einem verschlossenen, leeren Zimmer aus und greift auf das ganze Haus über. Es ist der dritte Brand in zwölf Jahren.

November
* Es gibt auch gute Nachrichten: Das schöne alte Haus am Bahrenfelder Marktplatz 17 darf nicht abgerissen werden: Denkmalschutz!
* Nach gefühlten Jahren des Stillstands (in Wirklichkeit waren es Monate) geht es auf der Ikea-Baustelle an der
Großen Bergstraße endlich los: Ein Kran wird in Position gebracht.
* Skurriles aus dem Gerichtssaal: Drei Männer sind angeklagt, den Schädel des berühmten Piraten Störtebeker aus dem Museum geklaut zu haben. Ob der Schädel echt ist oder nicht, ist in diesem Fall unerheblich: die Diebe werden alle verurteilt.
* Die Flüchtlingszahlen steigen und steigen. Die Zentrale Erstaufnahme siedelt 300 Menschen in Bahrenfeld an.

Dezember
* Menschen! Ob alt oder jung, Punk oder Politiker, sie stehen im Mittelpunkt von allem, was das Wochenblatt schreibt. Das war 2012 so und wird im Jahr 2013 genau so sein. Versprochen!
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