Das schönste WC gibts im Sankt Pauli Museum

Das schönste WC sah ich im Sankt Pauli Museum.
Hamburg: Davidstraße | Als ich erfahren habe, dass das Sankt Pauli Museum an der Davidstraße in einer finanzielle Krise steckt und dadurch eventuell vor dem Aus stehen könnte, fand ich es an der Zeit, es zu besuchen.
In einem gelungenen Mix aus Vergangenheit und Gegenwart wurde ich durch die Geschichte Sankt Paulis geführt. Hans Albers, eine lebensecht aussehende Figur aus dem Panoptikum, begrüßte mich direkt nach Betreten des Museums. Ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist, den „blonden Hans“ mal in Originalgröße vor mir stehen zu sehen.
Dann ging es mit meinem Rundgang durch das Museum los, mit dem Geschichtsunterricht, und ich erfuhr, wie zum Beispiel St. Pauli und Reeperbahn zu ihren Namen kamen.
Alte Fotos, Gemälde und Stadtpläne zeigen, wie damals die Vorstadt Hamburgs und das Leben dort aussahen und sich in vielen Jahren veränderten, bis hin in die Geschichte des dritten Reiches hinein und zur nahezu vollständigen Zerstörung durch die Bombenangriffe der Alliierten. Auf Flachbildschirmen werden Informationsfilme gezeigt, die sehr sehenswert sind. Der Star-Club hat auch eine Nische bekommen und lässt die Zeit der Beatles und Jimi Hendrix wieder aufleben. Auch ein Besuch auf den WC lohnt sich, denn dort versetzt einen die Dekoration in die siebziger Jahre zurück - man bekommt das Gefühl, auf einem Trip zu sein. Museumsgründer und Kiez-Fotograf Günter Zint stellt dort seit dem Juni 2012 seine Fotografien aus, die in die Gegenwart St. Paulis führen und 50 Jahre „Kiezleben“ aus seiner Sicht zeigen. Wer mal wissen möchte, wie es sich anfühlt, in einem Käfig eingesperrt zu sein, kann dort die Fetisch- und Lack-Abteilung besuchen. Auch an bekannte Kiez-Größen und Originale aus dem Rotlichtmilieu wird erinnert, wie zum Beispiel an Deutschlands bekannteste Prostituierte Domica Niehoff, die vor vier Jahren verstarb. Wie man an einen echten 200 Jahre alten Herbertstraßen-Stein, mit Urkunde der Davidswache und Buch:“Kiez Kult Alltag“, herankommt, ist auch dort zu erfahren.
Es gibt noch viel mehr über meinen Besuch zu erzählen. Ich denke, dass das Sankt Pauli Museum nur die Spitze des Eisberges zeigen kann. Es wird sich in weiteren Jahren bestimmt immer weiter entwickeln können - wenn der Verein finanzielle Unterstützung erfährt und die drohende Schließung verhindert wird. Ein Besuch ist zu empfehlen und hilft gleichzeitig das Museum zu erhalten, was ich als sehr wichtig empfinde. Es wäre schade, wenn St. Pauli sein Museum verlieren würde.
Adresse und Öffnungszeiten:
Sankt Pauli Museum, Davidstraße 17, 20359 Hamburg. Das Museum ist Dienstag bis Mittwoch von 11 bis 19 Uhr, Donnerstag bis Samstag von 11 bis 22 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro und ermäßigt 4 Euro.    
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1 Kommentar
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Gerhard Vlach aus Altona | 29.10.2013 | 10:12  
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