Das LKW Nachtlager auf der Harkortstraße in Altona

Das LKW Nachtlager auf der Harkortstraße
Einst hatte die Brauerei an der Harkortstraße eigene LKW und festangestellte meist Hamburger Kraftfahrer. Nach Übernahme durch die Dänen sieht man keine Brauereiwerbung mehr auf den Wagen, beauftragte Speditionen machen nun den Job. Die Fahrer müssen nachts in ihren Fahrzeugen schlafen, sie wohnen schon im Führerhaus. Es gibt hier auch keine Duschen oder WC für sie und den Autohof können sie sich bei der geringen Bezahlung wohl nicht leisten.

Die Harkortstraße ist das Tag- und Nachtlager für LKW-Fahrer in Altona. Auch die Fahrbahn und sogar der Gehweg wird als Lagerplatz benutzt, spezielle Parkplätze gibt es hier für die Fahrzeuge nicht. Fußgänger und Rollstuhlfahrer müssen dann eben auf die Fahrbahn ausweichen. Wer einen Kinderwagen schiebt muss die Straßenseite wechseln. Wer versucht sich an den LKWs vorbei zu zwängen, riskiert am Bauzaun zerquetsch zu werden. Stundenlang laufende Dieselmotoren verteilen Feinstaub und Abgase, die sich mit den Rußpartikeln der Stresemannstraße vermischen. Die Notdurft wird auf dem Fußweg oder in den Vorgärten der Anlieger verrichtet.

Gegen 05:00 Uhr morgens setzt sich der Trupp dann, lautstark begleitet vom Gehupe der überholenden PKW, in Richtung Brauerei oder Autobahn in Bewegung, um nachts wieder im Lager Harkortstraße einzukehren, welches sich nahe der geplanten „Neuen Mitte Altona“ und zukünftigen Stadteilschule befindet. Das Kortisonspray gehört dann bald in jede Schultasche. Beim rückwärts Rangieren der 40-Tonner wurden auch schon mal Autos der Anwohner quer über die Straße geschoben. Baumschutzbügel haben auch keine Chance gegen die Brummis. Trotz des verstärkten LKW- und Baumaschinen-Verkehrs, wegen den Arbeiten an dem „Mitte Altona“ Projekt, gibt es hier an engen Stellen keine Halte- oder Parkverbot Schilder. Die Fahrbahn wird deswegen auch als Zwischenlager von Lieferanten benutzt. Anhänger werden auf der Straße abgestellt um nach Bedarf Ware aus- bzw. umzuladen, sie sind ein gefährliches Verkehrshindernis.

Jedes Jahr kommen in Altona Radfahrer und Fußgänger unter die Räder. Auf Autobahnen sind LKW Unfälle an der Tagesordnung. Dazu kommt noch der oftmals laxe Umgang mit den gesetzlichen 45 Stunden Wochenruhezeiten, die nicht im LKW verbracht werden dürfen, wie auf „www.trucker.de“ berichtet wird. Und die Zahl der Verkehrstoten steigt wieder, schon das zweite Jahr in Folge. Die Aufmerksamkeit lässt eben nach wenn der Körper nicht 100% ausgeruht ist. Das merken auch die Anwohner, die immer wieder in ihrer Nachtruhe gestört werden. Das Lagern an und auf der Harkortstraße ist den Behörden bekannt. „Die Lärmbelästigungen und das Parkverhalten der LKW sind keine Regelverstöße“, wie es in einem Brief von der Polizei heißt. Es ist OK im Fahrzeug zu schlafen, wenn man zu müde zum Weiterfahren ist, es aber schon im Businessplan oder in der Kalkulation mit einzuplanen ist fahrlässig.
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