Das „Lichtmess“-Kino feiert 25. Geburtstag

Der Kinosaal in der früheren Kosmetikfabrik Dralle fasst 88 Plätze für Fans des Besonderen. (Foto: pr)

Das etwas andere Programm: Ein Vierteljahrhundert Kino mit kulturellem Anspruch

Von Imke Staats

„Lichtmess“ - ein komischer Name für ein Kino, oder? Carsten Knoop, der das kleine Lichtspielhaus zusammen mit seiner Lebensgefährtin Dorit Kiesewetter seit 25 Jahren betreibt, findet das nicht. Denn am Eröffnungstag, dem 2. Februar 1991, fand Dorit Kiesewetter in ihrem Taschenkalender den Hinweis auf den katholischen Feiertag „Mariae Lichtmess“, und so war der Name für ihr Projekt gefunden.
Für die Hamburger Filmfreunde ist der Ort jedenfalls seit einem Vierteljahrhundert eine cineastische Bereicherung abseits des Gewohnten. Das ist dem unermüdlichen Einsatz der beiden Betreiber zu verdanken.
Diese sind vom Fach, haben „Film“ an der Hochschule für bildende Künste Hamburg studiert. Mit dem Lichtmess-Kino wollten sie eigene Kinoideen verwirklichen. Räume fanden sie in der ehemaligen Kosmetikfabrik Georg Dralle in der Gaußstraße 25, zunächst mietfrei, aber unrenoviert. Inzwischen kosten die Räume eine geringe Miete.

Kinomacher aus Liebe zur Gegenkultur
Leben müssen und können die beiden Betreiber von den Einnahmen an der Kinokasse nicht: Knoop ist hauptberuflich Filmvorführer im Metropolis-Kino, Kiesewetter ist Lehrerin. Sie betreiben das Kino aus Liebe zur Gegenkultur. Denn im Lichtmess laufen Filme für echte Fans: Klassiker, Gewagtes, Seltenes und Kurzes. Manchmal sogar etwas ohne Film, zum Beispiel Musik. Jeden Donnerstag ist Vorstellung, meist sind alle 88 Plätze besetzt.
Das Kino war selbst schon im Film zu sehen: Im vergangenen Jahr stellte Filmemacher Thorsten Rosemann ein dokumentarisches Vor-Jubiläums-portrait her. In diesem Jahr feiert sich das Haus mit diversen Veranstaltungen selbst. So fand hier kürzlich anlässlich der hamburgweiten Vorführung von „Absolute Giganten“ ein Kickerturnier mit Kicker-Weltmeister Florian Lienkamp statt.

Eigene Kurzfilmreihe „warnixmachtnix“
Außerdem machen Carsten Knoop und Dorit Kiesewetter seit eh und je selbst Kurzfilme unter dem Namen „warnixmachtnix“. Vor Jahren zeigten sie diese mit viel Gestaltungsaufwand: passende Dekoration, Eintrittskarten und Plakate, in Siebdruck handgemacht und mit viel Witz.
Die Tickets zum Motto „Bundesjugendspiele“ waren zum Beispiel Fetzen von Taschentüchern, weil man sich damit den Schweiß abwischen konnte. Beim Kurzfilmfestival am 1. Juni wird es im Lichtmess dazu ein „25 Jahre Warnixmachtnix-Spezial“ geben.
Tickets und Programminformationen gibt es unter Telefon 390 76 03 oder unter
www.lichtmess-kino.de
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