Das Ledigenheim ist gerettet!

Gruppenbild mit Unterstützern und Bewohnern: Antje Block (6. v. li.) und Jade Jacobs (2. v. li.) haben sich erfolgreich für den Erhalt des Ledigenheims eingesetzt. Foto: pr

Siebenjährige Spendenssammlung erfolgreich: Stiftung kauft Gebäude für zwei Millionen Euro

Ch. v. Savigny, Neustadt

Im Nachhinein können es Antje Block und Jade Jacobs manchmal selbst noch nicht ganz glauben. „Es gab Zeiten, da wussten wir nicht, wie es weitergehen sollte“, sagen die beiden Initiatoren der Stiftung „Ros e. V.“.
Rund sieben Jahre ehrenamtlicher Arbeit haben Block und Jacobs in den Erhalt des Ledigenheims in der Rehhoffstraße investiert – nun konnte endlich der Kaufvertrag für das über 100 Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude unterschrieben werden. Die Summe liegt bei 2,1 Millionen Euro, etwa die Hälfte davon haben Privatleute, Förderer und Unternehmer gespendet.
Am heutigen Mittwochvormittag schaut ein Vertreter des bisherigen Eigentümers „Core Property Investment“ in der Hamburger Neustadt vorbei, um den Deal unter Dach und Fach zu bringen. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass sich der Einsatz gelohnt hat“, sagt Antje Block.

Rückblick: Im Jahr 2009 hatte der dänische Investor „Core Property“ das backsteinerne Ensemble gekauft, das seit eh und je als Männerwohnheim dient. Seine primäre Zielsetzung, das Haus von Grund auf umzubauen, musste der neue Eigentümer jedoch bald darauf begraben: Die geltende Soziale Erhaltungsverordnung, die unter anderem die Umwandlung in Eigentumswohnungen verbietet, bereitete dem Vorhaben ein Ende. So lief der Betrieb erstmal weiter wie gehabt. Antje Block und Jade Jacobs, die inzwischen auf das Projekt aufmerksam geworden waren, engagierten sich ehrenamtlich für die rund 100 Bewohner, in der Mehrzahl Monteure, Arbeiter, Ex-Seeleute und ehemalige Wohnungslose. Ziel war es, das Haus in seiner ursprünglichen Form und Funktion zu erhalten. Im ehemaligen Schankraum im Erdgeschoss bietet der Verein seither wöchentlich Musikabende, Vorträge und Workshops an. Regelmäßig lesen namhafte Autoren aus ihren Büchern vor, ohne dafür Gage zu nehmen. Zwei Sozialarbeiter kümmern sich um das Wohlergehen der Bewohner.
Als nächstes steht eine Rundumsanierung des Ledigenheims an: Neue Strom- und Wasserleitungen müssen gelegt werden, außerdem fehlt es an Duschen und Küchen für die Mieter. Glücklicherweise sei das Geld noch nicht ganz alle. „Ein bisschen was haben wir noch“, erklären die Initiatoren. Zudem sei wieder eine Spendensammlung geplant.
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