Das Ledigenhaus soll gerettet werden

Sie setzen sich für den Erhalt des Wohnheims ein: die AG-Mitglieder Eugen Regensburg und Andreas Kroneder, hier mit Bewohner Michael Stenger (v. l.). (Foto: cvs)

Ehrenamtliche wollen Wohnheim erhalten. Gebäude wurde von einem dänischen Investor gekauft.

Von Christopher von Savigny.
Viel Platz hat Michael Stenger nicht: Acht Quadratmeter misst sein Zimmer im Ledigenhaus in der Rehhoffstraße. Darin hat er seinen gesamten Hausstand untergebracht, inklusive Bett, Schrank und Schreibtisch. Das große Fenster ist mit Stoff verhängt. „Ich will nicht, dass man mir in mein Privatleben reinguckt“, sagt Stenger, ein fröhlicher und etwas wunderlicher Typ, der sich gerne farbenfroh kleidet und tagsüber auf einem bunt geschmückten Fahrrad unterwegs ist.
Seit zwölf Jahren lebt er hier. „Ich fühle mich wohl“, sagt er. Vielen Mitbewohnern gehe es allerdings schlecht. „Sie verkriechen sich in ihren Zimmern, vegetieren nur so vor sich hin“, sagt Stenger. „Da müssen wir etwas dran machen!“
Um das Ledigenhaus und seine Bewohner kümmert sich seit zehn Jahren eine Arbeitsgemeinschaft von Ehrenamtlichen. Ziel ist es, das Haus, das ursprünglich Seeleuten und alleinstehenden Arbeitern als Heimat diente, wieder lebenswert zu machen: Derzeit teilen sich 30 Personen pro Stockwerk eine kleine Küche, eine Dusche und drei Toiletten. Dafür zahlen sie zwischen 150 und 250 Euro im Monat.
Während die Zimmer teilweise saniert wurden, machen Flure und Gemeinschaftsräume einen maroden Eindruck. Vielerorts platzt die Farbe ab, es schimmelt.
Der dänische Investor „Core Property Management“ hat das Ensemble vor zweieinhalb Jahren gekauft. Viele der 120 Zimmer stehen seither leer. Beim Bezirksamt hat die Firma die Umwandlung in Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen beantragt, was aufgrund der sozialen Erhaltungsverordnung in der südlichen Neustadt abgelehnt wurde. Die Regelung läuft 2013 aus, eine Verlängerung gilt als wahrscheinlich.
Die Arbeitsgemeinschaft möchte, dass das Haus im Sinne der derzeitigen Bewohner saniert wird. Zusätzliche Küchen und Toiletten stehen auf dem Wunschzettel. Regelmäßige Bewohnertreffen werden bereits angeboten. „Unsere Vision ist es, ein Gemeinschaftsleben zu etablieren“, sagt AG-Mitglied Andreas Kroneder. Infos: www.rehhoffstrasse.de.
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