Das Geschäft „Bilder Grähn Rahmen“ muss bald schließen

Leider muss Sabine Grähn ihr Geschäft bald schließen, wegen einer zu hohen Mieterhöhung.
 
Seit 1979 gibt es das Bilderrahmengeschäft in der Großen Bergstraße 251, aber damit soll es bald vorbei sein.
Hamburg: Große Bergstraße | Seit 1979 führt Inhaberin Sabine Grähn ihr Bilderrahmengeschäft in der Großen Bergstraße 251, aber damit soll es nun bald vorbei sein, am 30.06.2015 wird es geschlossen.
Frau Grähn hätte das Geschäft sehr gern weitergeführt, aber leider wird die Miete vom Vermieter so weit erhöht, dass es sich für sie nicht mehr lohnt dort zu bleiben. Widerstände im Leben zu erfahren ist sie ja schon gewohnt: Vor zwei Jahren verstarb ihr Mann, mit dem zusammen sie „Bilder Grähn Rahmen“ führte. Plötzlich musste sie „Learning by doing“ alles allein bewerkstelligen. Eigentlich wäre der Mietvertrag nach dem Tod ihres Mannes abgelaufen, denn ein Gewerbe kann man nicht erben. Damals war der Vermieter aber noch so kulant, das Frau Grähn das Geschäft zwei Jahre lang weiterführen konnte. Bis die Goldgräberstimmung in Altona und Umgebung sich breit machte. Schon in Zeiten, als sich IKEA im Aufbau befand, kamen Leute ins Geschäft und fragten, ob es zu vermieten wäre, oder wann es frei wird für etwas Neues.
“Obwohl man noch drin war, kamen die Leute, um sich ja schnell Plätze zu sichern. Beim ersten Mal denkt man noch: Na ja, fragen kostet nichts – als aber dann häufiger Leute kamen und nachfragten, das ergab schon eine merkwürdige Stimmung. Das ist eben die jüngere Generation, wenn ich da nicht schnell einen Fuß in die Tür stelle, bin ich raus – und das ist der älteren Generation natürlich fremd“,erzählt Sabine Grähn.
Auch das damalige Geschäftesterben in der Großen Bergstraße, das zum Beispiel Karstadt, Frappant, Kaufhof und viele kleinere Geschäfte hinwegraffte, konnte die Grähns nicht dazu bewegen ihren Standort zu verlassen. Heute ist es so, das sich vor ihrer Haustür, als würde man in einer Zeitmaschine sitzen, ständig etwas verändert: Da wird etwas abgerissen, hier etwas neu gebaut, dort wurde etwas neu eröffnet und da wieder geschlossen.
„Man muss diesen Beruf schon sehr lieben, um diesen Wandel durchzuhalten und jetzt ,wo sich langsam alles klärt, muss ich mein Geschäft schließen. Es reißt einem schon den Boden unter den Füßen weg. Klar ist man traurig und wütend, dass Mieten einfach so erhöht werden können, da Gewerbe ja nicht geschützt ist. Das schadet natürlich auch irgendwann dem Stadtteil. Dabei hätte ich sehr gern erfahren, wie sich nun in der "neuen" Großen Bergstraße mein Geschäft weiterentwickelt hätte“, erzählt Sabine Grähn weiter. Sollte sie in nächster Zeit , eine neue kostengünstigere Gewerbefläche angeboten bekommen, könnte es sein, dass schon im Mai oder April geschlossen wird. Aber bevor es so weit ist, hat man dort seit dem 15. November Gelegenheit eine sehr sehenswerte Bilderausstellung der Künstlerin Carolina Villagra-Roth zu besichtigen, mit dem Titel: “Hamburg stand Modell“. Ausstellungsdauer bis 31. Januar.
So stellt sich Sabine Grähl auch ihre Zukunft vor – mit Künstlern, die in ihrem Geschäft ihre Gemälde ausstellen, für die sie die Rahmen gleichzeitig anbietet oder anfertigen kann. Ihre Kunden bringen die Bilder, und die Kunden der Künstler haben die Möglichkeit sich bei ihr einen Rahmen anfertigen zu lassen.
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