Das Feuer ist aus

Die Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor ist die älteste Hamburgs. Weil durch das Recycling viel weniger Restmüll anfällt als früher, konnte sie jetzt abgeschaltet werden.

Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor wird abgebaut.

Ofen aus. Das Feuer in der Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor ist am Sonntag um 15.45 Uhr endgültig erloschen. Die Müllverbrennungsanlage ist 42 Jahre nach ihrer Eröffnung 1973 abgestellt worden.
Als älteste aller Hamburger Müllverbrennungsanlagen ist sie auch die am wenigsten moderne. Um den neuesten technischen Anforderungen zu entsprechen, hätte sie aufwendig saniert werden müssen.
Die Anlage Stellinger Moor ist nicht die einzige Müllverbrennungsanlage, die geschlossen wird. Auch in Stapelfeld soll bald die Flamme ausgehen. Obwohl die Hamburger im Vergleich mit den anderen Bundesbürgern ziemlich träge sind, was das Recycling angeht, haben sie doch so eifrig Müll getrennt, dass die beiden Anlagen nicht mehr benötigt werden. In den letzten zehn Jahren haben die Hamburger 100.000 Tonnen weniger Restmüll abfahren lassen als zuvor. 450.000 Tonnen Restmüll werden jährlich in der Stadt gesammelt und verbrannt.
Was ändert sich nun auf dem Gelände Stellinger Moor? Es bleibt weiter Standort für die großen Salz-Silos. Hier „tanken“ die Winterdienst-Fahrzeuge das Salz, das sie auf den Straßen der Stadt verstreuen, wenn Schnee oder Glatteis drohen. Die Biogas-Anlagen bleiben ebenfalls. Stadtreinigungs-Sprecher Reinhard Fiedler: „Auf dem Betriebsplatz bleibt alles, wie es ist. Die Anlage macht nur einen kleineren Teil aus. Ein Teil der frei werdenden Fläche wird für eine Umschlagsanlage gebraucht, in der der Müll aus Hamburgs Westen für den Transport zu den anderen Anlagen aufbereitet wird“. Geschäftsführer Rüdiger Siechau: „Wir denken nach über eine Sortieranlage für ungetrennten Hausmüll aus Stadtteilen, in denen die Mülltrennung auf Grund fehlender Stellplätze für Wertstofftonnen nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist“, sagte Siechau.
Diese erste Müllverbrennungsanlage, die in Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, verbrannte in über 360.000 Stunden mehr als sieben Millionen Tonnen Abfall und erzeugte fast drei Millionen Megawattstunden Strom und eine Million Megawattstunden Fernwärme.
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