Das entsteht auf dem Kolbenschmidt-Gelände

Um einen zentralen Platz sollen sich kleine Betriebe und Mehrfamilienhäuser gruppieren. (Foto: coido architects)

Ottensener Mischung: Gewerbe und Wohnen in guter Nachbarschaft

2009 war bei der Firma Kolbenschmidt Schicht im Schacht: Knapp 200 Mitarbeiter, die in der Friedensallee Kleinkolben für Pkw-Motoren produzierten, verloren ihre Arbeit - der Standort wurde dichtgemacht. Jetzt ist endlich klar, was auf dem rund 36.000 Quadratmeter großen ehemaligen Werksgelände entstehen wird: eine Mischung aus Gewerbe und Wohnungsbau. Das freut besonders die Inhaber einiger kleiner Betriebe, die als Zwischennutzer auf das Gelände gezogen waren: Sie werden bleiben können.

Wie sind die rechtlichen Voraussetzungen?
Bis jetzt ist die Fläche als Industriegebiet ausgewiesen. Mit dem neuen Bebauungsplan Ottensen 66 soll festgeschrieben werden, dass hier Wohnen und Gewerbe erlaubt sind.

Was ist das Besondere an diesem Bebauungsplan?
Die unmittelbare Nachbarschaft von Gewerbe und Wohnen. Das gibt es bei Hamburger Neubauprojekten so bisher nur in der HafenCity.

Wie wird die Verteilung zwischen Gewerbe und Wohnen sein?
18.500 Quadratmeter Gewerbe (darunter auch Läden und Büros), 463 Wohnungen. Etwa 60 Prozent Wohnen, 40 Gewerbe.

Wie verlaufen die Grundstücksgrenzen?
Im Süden: Friedensallee. Im Norden: S-Bahn-Trasse. Im Osten: Hohenzollernring. Im Westen: Grundstücksgrenze zum Hermes-Hochhauses.

Wer plant das? Was ist die Zielsetzung?
coido architects Cordsen Ipach + Döll GmbH. Die Ziele: 1. Das Kleingewerbe auf dem Grundstück zu sichern. 2. Teils denkmalgeschützte Hallen zu erhalten. 3. Wohnungen und Gewerbe so zu verteilen, dass niemand sich gestört fühlt.

Was bleibt, was kommt weg?
Halle 6 und Halle 7 bleiben (siehe Zeichnung), die anderen Hallen werden abgerissen, auch, weil sie durch den jahrzehntelangen Metallgießerei-Betrieb schadstoffbelastet sind.

Wie hoch werden die Wohnhäuser? In der Regel vier bis sechsgeschossig, einzelne Sieben- und Achtgeschosser.

Was wünschen sich Nutzer des Geländes und Anwohner?
Festsetzung von sozialverträglichen Gewerbemieten durch einen städtebaulichen Vertrag. Festsetzung eines Anteils sozialverträglicher Mieten für die neuen Wohnungen auf dem Gelände. Mehr Aufmerksamkeit für die Verkehrs- und Parkproblematik im Viertel. Juristische Sicherheit für die Gewerbemieter, damit sie später nicht als „störend“ von den neuen Nachbarn weggeklagt werden können. Erhalt des Kurzfilmfestivals auf dem Gelände – es findet seit vier Jahren hier statt.
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