Das Camp der Hausbesetzer

Von Mittwoch bis Sonntag trafen sich im August-Lütgens-Park in Altona-Altstadt mehrere hundert Menschen zu den Squatting Days, den Besetzer-Tagen. Foto: rs

Squatting Days: Aktivisten debattierten nicht nur
im August-Lütgens-Park, sondern schritten auch zur Tat

Reinhard Schwarz. Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ - lautete eine Losung beim Camp der Squatting Days im August-Lütgens-Park. „Squatting“ bedeutet soviel wie besetzen - und darum ging es auch bei dem zwischen Max-Brauer-Allee und Chemnitzstraße gelegenen Zeltlager. Mehrere hundert meist junge Menschen waren aus ganz Europa zusammengekommen, um von Mittwoch bis Sonntag„über unsere solidarischen Handlungsoptionen in einer durchkommerzialisierten Stadt zu dis-kutieren“, wie es in einem Aufruf-Flugblatt heißt. In zahlreichen Workshops wurde unter anderem über „Mietenwahnsinn“, das ehemals besetzte Gängeviertel sowie über Hausbesetzungen in Rio de Janeiro debattiert.
Soweit die Theorie. Am Mittwochabend gingen einige Aktivisten zur Praxis über.
Besetzungen als „legitimes Mittel“ gegen Spekulation
Sie besetzten die seit Jahren leer stehenden Häuser an der Breiten Straße in Altona-Altstadt. Die anrückende Polizei wurde unter anderem mit Feuerlöschern, Heizkörpern und einem Waschbecken beworfen. Gegen zwei der Besetzer ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen versuchten Totschlags.
Weiter wurde am Donnerstag ein ehemaliger Bauwagenplatz an der Schützenstraße in Bahrenfeld besetzt, aber auch bald von der Polizei geräumt. Am Freitagmorgen kam es zudem zu einer „symbolischen Besetzung“ eines leer stehenden Zollhäuschens in Wilhelmsburg. Eine Demo am Sonnabend verlief nach Polizeiangaben weitgehend friedlich.
„Für uns sind Besetzungen ein legitimes Mittel, um auf die Notwendigkeit selbstverwalteter Räume aufmerksam zu machen und der neoliberalen Immobilienspekulation konkrete Alternativen entgegenzusetzen“, erklärte Hanna (25), eine Sprecherin des Camps. Viele Workshop-Teilnehmer schliefen in Zelten im August-Lütgens-Park, andere waren privat untergebracht.
Für die Nutzung des Parks zahlten die Camp-Organisatoren 2.000 Euro an den Bezirk Altona, zudem war eine Kaution von 2.500 Euro fällig.
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