Das bunte Haus vom Fischi

Simone Klages fotografiert Graffitti als Symbol für Vergänglichkeit. (Foto: pr)

Simone Klages fotografiert seit mehr als fünf Jahren die wechselnden Graffiti auf dem Häuschen im Fischerspark.

christiane handke, ottensen

Seit über fünf Jahren beobachtet und dokumentiert die Ottenser Kinderbuch-Autorin Simone Klages („Ede und die Erdmannbande“, „Ede und die Schatzsucher“) ein kleines Gebäude in der Nordostecke von Fischers Park. Das Häuschen ist ein ehemaliges Betriebs- und Versorgungsgebäude und gehört dem Bezirk Altona. Der hat dem Harburger „Rockbüro“ eine Sondernutzungserlaubnis erteilt, an Musiker zu vermieten, die Übungsräume brauchen.
Was Simone Klages an dem Gebäude fasziniert: sein ständig wechselndes Erscheinungsbild. Alle paar Wochen, manchmal auch nur nach Tagen, erstrahlt die fensterlose Nordwand im bunten Kleid neuer Graffiti, eines schöner als das andere. Ob Sommer oder Winter, im Schnee oder unter einem grünen Blätterdach – das Häuschen erzählt auf dieser Wand in bunten Farben immer wieder ganze Geschichten.
Simone Klages hat das dokumentiert. Sie hat Fotos von den bunten Kunstwerken gemacht - von 2010 bis heute. Dem Wochenblatt stellte sie ihre Fotos zur Verfügung, wir zeigen die schönsten Ansichten. Was hat die Autorin dazu veranlasst, das Häuschen über Jahre hinweg immer wieder zu fotografieren?
Simone Klages: „Der normale Stadtbewohner hat außer in seiner Wohnung oder in seinem Garten keine Möglichkeit seine Umwelt zu gestalten. Mir gefällt daher der Ausspruch Friedensreich Hundertwassers: ‘Ein Bewohner muss das Recht haben, sich aus seinem Fenster zu lehnen und außen an der Außenwand alles umzugestalten, wie es ihm entspricht, so weit sein Arm reicht, damit man von weitem, von der Straße sehen kann: dort wohnt ein Mensch.’“
Klages weiter: „Ich finde es immer spannend, wenn sich irgendwo etwas verändert. Zum anderem mag ich Reihungen. Die Zeit vergeht. Der Ausschnitt bleibt. Es verändern sich: Jahreszeiten, Wandbilder. Wandbilder sind vergänglich. Das war für mich auch ein Grund sie zu fotografieren.“
Übrigens scheinen die Graffiti „wild“ zu entstehen.Weder das Bezirksamt noch das Rockbüro noch der Mieter wissen, wer die Wand besprüht. In einigen Graffiti-Foren im Internet soll das Haus als offiziell freigegebene Fläche aufgeführt sein .
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