Das blonde Gift der SPD

Bérangère Bultheels Gesicht, umrahmt von rapunzellangen platinblonden Haaren, hängt in Altona an Hunderten von Bäumen ... aber für wen tritt sie an? Für die Sozialdemokratie, nicht für die SPD.

Bérangère Bultheel ist SPD-Mitglied, kandidiert aber als Unabhängige für die Bürgerschaft.

Bérangère Bultheel ist SPD-Mitglied und tritt bei der Bürgerschaftswahl an - aber nicht für die SPD. „Sie hat in der Partei überhaupt keinen politischen Rückhalt. Die ist als freie Radikale unterwegs.“ Das antwortet man in der Hamburger SPD-Zentrale, wenn man danach fragt, was es denn auf sich hat mit dieser Kandidatur. Ein einzigartiger und sehr kurioser Fall: Hier tritt eine Kandidatin gegen ihre eigene Partei an.
Eine politische Todsünde. Entsprechend schlecht sind die Genossen auf Bultheel zu sprechen. Am liebsten würde man sie rausschmeißen. Doch das geht nicht so einfach. Rausschmeißen könnte man sie nur, wenn der Partei durch sie großer Schaden entstünde. Dafür ist Bultheel aber zu erfolglos. Reden mit ihr geht anscheinend auch nicht: „Sie reagiert auf jede Kritik mit dem Vorwurf, wir seien Rassisten und hätten Vorurteile gegen Migranten.“ Als Migrantin fühlt sich Bultheel nämlich. Die Diplompolitikerin ist gebürtige Französin und hat seit 2009 einen deutschen Pass.
Ein Parteiordnungsverfahren hat sie schon hinter sich. Warum? Bérangère Bultheel: „Weil ich damals in der Bundestagskandidatur gegen Matthias Bartke und Mark Classen angetreten bin, hat der Bezirk einen Vorwand gesucht, um ein Parteiordnungsverfahren einzuleiten. Ich hab doch das Recht zu kandidieren!"
Sie verlor übrigens krachend, wie bei all ihren Versuchen, irgendwo hineingewählt zu werden. „Sie möchte rein, egal wie. Hat aber keinerlei Unterstützung und scheitert immer wieder“, sagt ein SPDler.
Im Gespräch mit dem Wochenblatt macht sie ihrem Ruf als SPD-Schreck alle Ehre. Sie sei enttäuscht von Altonas Bundestagsabgeordnetem Matthias Bartke. Der habe ja keines seiner Wahlversprechen eingehalten. Die SPD habe ein Massen-
Mobbing gegen sie veranstaltet. „Ohne Grund! Die Genossen haben von Anfang an meine Kandidatur als deutsch-französische Kandidatin und meine politische Persönlichkeit abgelehnt sowie heftig Druck auf mich ausgeübt.“
Man habe sie aufgefordert, das Kürzel SPD nicht mehr zu benutzen. Bultheel erbost: „Die drei Buchstaben gehören nicht der SPD. Bei mir bedeuten sie sozialpolitische Demokratie oder soziale Politik Deutschland“.
Warum verlässt sie die Partei nicht, wenn sie so viel Ärger mit ihr hat? „ „Die Partei muss Kritik von den eigenen Genossen tolerieren können. Ich kann doch nicht kündigen. Ich bin doch nach wie vor Sozialdemokratin!“
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2 Kommentare
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Heiko Maier aus Altona | 14.02.2015 | 12:17  
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Heiko Maier aus Altona | 14.02.2015 | 13:20  
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