Da waren's nur noch fünf

Eine Gruppe Mitarbeiter des Bezirklichen Ordnungsdienstes BOD. Der soll schrumpfen: Im Bezirk Altona werden ab 2014 nur noch fünf MItarbeiter unterwegs sein. (Foto: pr)
 
Schmierereien an Denkmälern und öffentlichen Gebäuden: ein Fall für den BOD:

Es sieht nicht gut aus für Sauberkeit und Sicherheit in Altonas Parks und Straßen:
Der Bezirkliche Ordnungsdienst BOD in Altona verliert sieben von zwölf Stellen.

Man nennt sie gerne „die mit den Hunden“. Oder „die mit den Knöllchen“. Gemeint sind die Mitarbeiter des bezirklichen Ordnungsdienstes BOD, Anfang 2006 aus dem Städtischen Ordnungsdienst hervorgegangen. Unter anderem sollen sie die Polizei entlasten, indem sie Falschparker aufschreiben und Leute verwarnen, deren Hunde unangeleint herumlaufen. Bald ist damit Schluss, das gesamte System wird zum 1. Januar umgekrempelt. Wird Altona damit sauberer und sicherer? Wahrscheinlich nicht.
Grund für die Umstrukturierung, so der Senat in einer Antwort auf eine große Anfrage: Es wurde „festgestellt, dass die mit der Einrichtung des BOD verfolgten Ziele nicht erreicht werden konnten.“ Darum soll für ganz Hamburg ein zentraler Hundekontrolldienst und ein Landesbetrieb Parkraumüberwachung eingerichtet werden. Damit hofft man nicht nur auf mehr Effektivität, sondern auch auf mehr Wirtschaftlichkeit, sprich: dass es billiger wird.
Auch wenn zwei Aufgabengebiete wegfallen – für den BOD bleibt in Altona mit seinen großen Parks und rund einer Viertelmillion Einwohner mehr als genug zu tun. Er muss sich kümmern um:  Vandalismus, nicht genehmigte Veranstaltungen in Parks, Verschmutzung, unerlaubte Müllentsorgung, Schrottfahrräder, Straßenverschmutzung, Lärm, öffentliches Urinieren, Dauermusizieren, illegalen Handel, aggressives Betteln und Versäumen der Streupflicht. Dazu soll der BOD, wie es im schönsten Bürokratendeutsch heißt, „störende Verhaltensweisen und die Verwahrlosung öffentlicher Fläche“ beenden. Und wenn jemand Tauben füttert, Brunnen oder Bäche verunreinigt oder ohne Genehmigung Infostände aufbaut, schreitet der BOD ebenfalls ein.
Bisher wurde der BOD gern kritisiert, weil er seine vielen Aufgaben nicht schaffte. Wenn mit dem Abzetteln und der Hundeüberwachung zwei große Aufgabenfelder wegfallen, müsste es ja besser werden mit der Präsenz des BOD, zum Beispiel in Parks, oder?
Die Antwort lautet: leider nein. Denn sieben der zwölf Altonaer BOD-Mitarbeiter sollen aus dem Bezirk abgezogen werden und an die neuen zentralen Stellen wechseln, also zur Parkraumüberwachung und zum Hundekontrolldienst. Da waren’s nur noch fünf in Altona.
Wie sollen fünf Leute ein Gebiet von fast 75 Quadratkilometern – so groß ist der Bezirk – im Auge behalten? Geht nicht. Das konstatiert auch Gesche Boehlich, Fraktionschefin der Grünen: „Schon mit zwölf Mitarbeitern war die Arbeit nicht zu schaffen. Für mich sind diese fünf übriggebliebenen nur noch Alibi... da hätte man in Altona auch gleich alle Stellen streichen können.“

BOD – So läuft es jetzt:
Für den BOD Altona arbeiten zurzeit zwölf Vollzeitmitarbeiter im Außendienst, eine Verwaltungskraft ist in Vollzeit im Innendienst für die Bearbeitung der Ordnungswidrigkeiten zuständig. Der BOD wird in den Monaten Mai bis August an sieben Wochentagen von 6.45 Uhr bis 23 Uhr, von September bis einschließlich April bis 21 Uhr eingesetzt.
Im Regelfall sind die Mitarbeiter des BOD mindestens zwei Drittel der Arbeitszeit im Außendienst tätig, den Rest der Zeit verbringen sie am Schreibtisch. CH
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