Christina Weißenberger von der Schlüter`sche Buchhandlung hört auf

Christina Weißenberger von der Schlüter`sche Buchhandlung hört auf
Hamburg: Behnstraße | Wie einst die Tante-Emma -Läden sind in der heutigen Zeit die kleinen Buchläden in der Nähe vom Aussterben bedroht. Aber es gibt sie noch, wie zum Beispiel die Schlüter`sche Buchhandlung in der Behnstraße 6. eine kleine Buch-Oase für Bücherwürmer Groß und Klein, etwas versteckt zwischen der Königstraße und der Palmaille, die jetzt schon eine echte Rarität ist. Da es dort in der Umgebung keine weiteren Geschäfte gibt, könnte man meinen es gebe dort keinen Zulauf von Kunden, weit gefehlt. Und doch hört am Ende des Jahres die Buchhändlerin und Geschäftsführerin Christina Weißenberger (58) auf.

Statt sich bequem Bücher im Internet zu bestellen, haben sich die Kunden lieber persönlich von ihr beraten lassen und sind nun etwas entsetzt darüber, dass es den kleinen Buchladen mit der liebevollen Bedienung bald nicht mehr geben soll. Aber es gibt einen Lichtpunkt am Ende des Tunnels. Frau Weißenberger erzählt:“ Ich bin sehr froh das ich glücklicherweise einen Nachfolger gefunden habe, was aber nicht ganz so einfach war, wie ich es mir vorgestellt habe. Man muss schon ein Enthusiast sein, die Liebe zum Buch und die Liebe zum Kunden haben, was wichtig ist um den Laden übernehmen zu wollen und das ist bei meinem Nachfolger der Fall. Es fällt mir nicht so leicht den Buchladen, den es hier nun schon seit 1988 gibt, aus verschiedenen Gründen aufgeben zu müssen, das war aber nötig. Vermissen werde ich hauptsächlich die vielen netten Kunden, von denen auch einige Nachbarn sind.“

Wie kam es dazu, das die Schlüter`sche Buchhandlung ausgerechnet ihren Standort in einer Geschäftslosen Straße bekam? Frau Weißenberger erzählt: „Mein Schwiegervater zog 1988 hierher, weil das Haus in der Lamp`lweg 2, in dem sich seine vorherige Buchhandlung befand, abgerissen wurde. So musste er sich nach einer anderen Ladenfläche umsehen, die sich in der Nähe seiner Großkunden und einer S-Bahn Station befinden sollte, das war ihm wichtig, und so fand er damals die leerstehende Ladenfläche in der Behnstraße. Noch mit über 80 Jahren wollte er nicht aufhören die Buchhandlung zu führen, obwohl er schon sehr gebrechlich war. So half ich ihm und seit 2001 habe ich dann die Buchhandlung weitergeführt, damit mein Schwiegervater sich zu seiner verdienten Ruhe setzen konnte. Deshalb schau ich auch mit ein wenig Wehmut zurück, aber es bleiben ja noch die vielen schönen Erinnerungen und Erfahrungen die ich sammeln konnte und auch weiterhin die Liebe zum Buch“.

Übrigens: 1789 erhält Johann Friedrich Hammerich vom dänischen König Christian das Privileg zur Haltung eines Buchladens in Altona. Daraus entstand später die Schlüter`sche Buchhandlung.
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