Chaostage bei der S-Bahn

Wegen der Bauarbeiten am Lessing-Tunnel quälen sich bis Ende August Ersatzbusse durch Altona

Ch. v. Savigny, Altona
Gleich am ersten Tag gab es Chaos:  Tausende von HVV-Fahrgästen strandeten am vergangenen Donnerstag im Bahnhof Altona, weil Züge ausfielen. Ursache war eine Weichenstörung. „Das war natürlich unglücklich zu diesem Zeitpunkt“, sagt Christoph Dross, Pressesprecher der Deutschen Bahn. Inzwischen habe sich die Lage aber deutlich entspannt. „Der Schienenersatzverkehr läuft jetzt rund“, so Dross.Hintergrund: In der letzten Woche haben die wichtigsten Bauarbeiten am Lessingtunnel begonnen. Bis Ende August verkehren aus dem Grund zwischen den S-Bahnstationen Othmarschen und Holstenstraße Ersatzbusse. Auch nach Diebsteich (Richtung Pinneberg) fährt keine S-Bahn mehr. HVV-Nutzer müssen bis zu 20 Minuten mehr Fahrzeit einrechnen – je nach Verkehrslage.

Offiziell sind alle zehn Minuten zwei Gelenkbusse (für 80 bis 100 Fahrgäste) pro Richtung unterwegs, in Stoßzeiten auch deutlich mehr. „Wir setzen bis zu fünf Busse alle zehn Minuten ein“, sagt Dross. Der Bahnsprecher rät dazu, im Zweifelsfall lieber mal einen Bus sausen zu lassen. „Wenn der eine voll ist, nehmen Sie einfach den nächsten.“Seit etwa einem Jahr laufen die Sanierungsarbeiten an der Bahnunterführung Lessingtunnel. Für Autofahrer ist die Stre-cke seither dicht, für Radler und Fußgänger ab jetzt ebenfalls. In etwa zwei Monaten soll der Tunnel zumindest in Richtung stadtauswärts wieder freigegeben werden. Das 25-Millionen-Euro-Projekt ist laut Planung im Februar 2018 fertig.

Die Ersatzbusse fahren nicht durch die Barnerstraße 

Ein Problem ist nach wie vor die Routenführung der Ersatzbusse durch das ohnehin verkehrsbelastete Ottensen. Denn auch die Barnerstraße ist ab sofort nicht mehr benutzbar. Die HVV-Busse nehmen stadtauswärts die Straße Hohenesch und stadteinwärts die Eulenstraße. Stau und Verkehrschaos drohen auch wegen Baustellen auf der Stresemannstraße und auf der A7.HVV-Fahrgäste am Busbahnhof Altona haben sich relativ schnell an den Ersatzverkehr gewöhnt. „Zehn Minuten mehr Fahrzeit sind in Ordnung“, sagt Christian Lütje aus Iserbrook. Und eine junge Frau, die mit Reisekoffer unterwegs ist: „Man hat mir gleich bei meiner Ankunft einen Zettel in die Hand gedrückt. Ich fühle mich gut informiert.“
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
79
Erich Jungnickel aus Altona | 26.07.2017 | 20:02  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.