CDU in Altona: eine kleine Partei...

Alles muss streng nach Vorschrift gehen - Wahlen sind eine ernste Sache. Im Wahllokal 20301 in Altona passte Wahlvorstand Rainer Peymann (l.) auf, dass alles klappte.
 
Die beiden Stimmhefte passten gerade so eben durch den Spalt in der Urne.

Altonas Wahlbeteiligung höher als in Hamburg –
Rot-grüne Koalition in Hamburg: Konsequenzen für Altona?

Vier Altgediente und eine Nagelneue. Der Wahlkreis 3 Altona hat am Sonntag jeweils die Männer und Frauen in die Bürgerschaft gewählt, die von ihren Parteien ganz oben auf die Wahlkreisliste platziert wurden. Die SPD setzte auf die alten Bürgerschafts-Hasen Gabi Dobusch und Arno Münster. Auch Anjes Tjarks (Grüne) und Norbert Hackbusch (Linke) waren schon in der letzten Legislaturperiode in der Bürgerschaft. Die einzige Newcomerin ist Franziska Grunwaldt von der CDU.
Sie wird einer stark geschrumpften Bürgerschaftsfraktion angehören. Die CDU verliert im Hamburger Rathaus sieben Sitze, schrumpft von 27 auf 20 Abgeordnete. Grunwaldt ist noch Miglied der Bezirksversammlung Altona und wird dort voraussichtlich zurücktreten, wenn sie ihr Amt in der Bürgerschaft antritt. Sie wird in harten Zeiten Bürgerschaftsabgeordnete: Die CDU liegt im Altonaer Kerngebiet mit mickrigen 8,6 Prozent (Hamburg: 15,9 Prozent) an vierter Stelle.
Die Nase vorn hat die SPD, die mit 37,7 Prozent dem Landesergebnis von knapp 46 Prozent allerdings gewaltig hinterherhinkt. Die Grünen punkten mit 21,9 Prozent (Hamburg: 12,3 Prozent) und die Linke hat mit 17,7 Prozent (Hamburg: 8,5 Prozent) mehr als doppelt so viele Stimmen wie die CDU. Die FDP kommt in Altona auf sechs (Hamburg: 7,4) die AfD nur auf drei Prozent (Hamburg: 6,1 Prozent).
Die Wahlbeteiligung lag in Altona mit 61,3 Prozent deutlich über dem Hamburg-Durchschnitt. ( 56,9 Prozent).
Im Hamburger Rathaus werden nun Gespräche zwischen SPD und Grünen beginnen. Sollten die in einer Koalition enden, kann das Auswirkungen haben auf den Bezirk.
Bisher bestimmten wechselnde Mehrheiten die Entscheidungen in der Bezirksversammlung. Quer durch die Fraktionen stimmten Linke, CDU und Grüne gern auch mal gegen die SPD. Mehr und öfter, als es dieser lieb war. Zurückhaltend nennt SPD-Fraktionschef Thomas Adrian diese Art der kommunalen Problemlösung „ziemlich unzuverlässig“. Bis jetzt sei dort ja abgestimmt worden unter dem Motto: Der Senat ist doof. Adrian setzt darauf, dass nun eventuell „die Zusammenarbeit in der Bezirksversammlung einen anderen Charakter haben wird“.
Klar ist: Wenn im Senat die Grünen mit der SPD regieren, können die Grünen in Altona schlecht weiter mal mit der Linken, mal mit der CDU gemeinsame Sache gegen die SPD machen. Kommt eine rot-grüne Koalition in Hamburg zustande, wird Adrian mit Sicherheit für die gleichen ordentlichen Verhältnisse in Altona plädieren.
Altonas grüne Bezirksfraktionschefin Gesche Boehlich kontert betont frostig: „Das entscheidet nicht ein Herr Adrian, auch nicht eine Gesche Boehlich, das entscheidet bei uns die Kreismitgliederversammlung und die tagt nächste Woche.“

Leute, die im Wochenblatt waren.....


Bérangère Bultheel, Stachel im Fleisch der SPD, ist eine Deutsch-Französin, die als unabhängige Kandidatin gegen ihre eigene Partei angetreten ist. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Kritik an der SPD geht und fühlt sich - so sieht es jedenfalls nach außen aus - als beste aller möglichen Sozialdemokraten. Ein vierstelliges Ergebnis hat sie angestrebt, und das hat sie erreicht: 1.161 Stimmen. Für einen Platz in der Bürgerschaft reicht das aber nicht. Glück gehabt, Olaf Scholz!

Auch die Wählervereinigung Hamborg raus aus Altøna ist vierstellig gewählt worden. Kandidatin Imke von Karstedt erhielt 1.050 Stimmen, der Rest des dänenfreundlichen Teams versammelte weitere 1.057 Stimmen auf sich. Macht nach Adam Riese insgesamt 2.107 Stimmen. Respekt! Aber in die Bürgerschaft kommt keiner. Und Altona bleibt in Hamburg.

Stephan Zieriacks, AfD-Mann aus St. Pauli, konnte 1.325 Stimmen holen. Im Wochenblatt hatte er sich gegen den Vorwurf gewehrt, Rassist zu sein. Unbekannte hatten das riesengroß an seine Hauswand geschrieben. Auch Zieriacks hat es nicht in die Bürgerschaft geschafft.

Inge Hannemann , sogenannte „Hartz-IV-Rebellin“, macht steile Karriere als Linken-Politikerin. Letztes Jahr wurde sie als Neuling in die Bezirksversammlung gewählt. Nun zieht sie weiter in die Bürgerschaft. Sie wurde mit 7.487 Personenstimmen über die Landesliste gewählt.
Die Bezirksversammlung Altona verliert ein weiteres Mitglied: Bernd Baumann von der AfD, wie Hannemann erst 2014 frisch ins Altonaer Parlament eingezogen, zieht über die AfD Landesliste in die Bürgerschaft.
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