Busse: Vorne einsteigen - was bringt's?

Menschentrauben vor dem Bus, denn jeder Fahrgast muss erst einmal seinen Fahrschein zeigen. (Foto: pa)

Seit vergangener Woche gilt die neue Regel: Im Bus vorn einsteigen und Fahrschein vorzeigen

Von Jan Paulo.
Nun kommen die Busse wohl noch häufiger zu spät, mehr Fahrkartenkontrollen hätten es wohl auch getan“, meint Andrea Arp. Die St. Paulianerin ärgert sich über die neue Regel in HVV-Bussen. Seit letzter Woche muss man mit Ausnahme der Linien 4, 5 und 6 in allen Bussen vorne einsteigen und die Fahrkarte vorzeigen. Nur noch für Kinderwagen, Rollstühle oder Rollatoren öffnen die Busfahrer die hinteren Türen zum Einsteigen.
Ein Busfahrer, der seinen Namen nicht nennen möchte, erzählt von Pöbeleien in den ers-ten Tagen der neuen Regelung: „Besonders Leute, die zunächst hinten eingestiegen sind, reagieren oft ungehalten, wenn man sie dann zum Ticketzeigen nach vorne bittet.“
Dafür hat Fahrgast Gisela Schroth wenig Verständnis. „In ganz Europa muss man vorne in den Bus steigen“, sagt sie. „Ich habe mich immer über die kulante Regelung in Hamburg gewundert.“
HVV-Sprecherin Gisela Be-cker ist mit dem Verlauf der Regel-Änderung bereits sehr zufrieden. „Die meisten Fahrgäste haben sich gut umgestellt und steigen gleich vorn ein“, berichtet sie. „Dafür sorgt auch unser zusätzliches Personal an den wichtigen Haltestellen.“ Mit Fahrzeitverlängerungen sei nicht zu rechnen. Das sei das Ergebnis der Erfahrungen aus Bergedorf und Harburg, wo man schon seit einem Jahr vorn einsteigen muss. Dafür erwartet der HVV Mehreinnahmen von jährlich rund sechs Millionen Euro.
So viel mehr Geld in der Kasse - könnten dann nicht die Fahrpreise gesenkt werden? Da hält sich Becker jedoch bedeckt: „Erst einmal wollen wir unser Angebot entsprechend der steigenden Fahrgastzahlen ausweiten, außerdem arbeitet der HVV auch damit noch nicht kostendeckend.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.