Bunker Schomburgstraße: Science Fiction oder was?

Klotz zwischen Wohnhäusern und Park: der Bunker Schomburgstraße.

Kraftwerk-Diskussion in Altona.

Warum etwas machen, was einfach, schnell und sicher ist, wenns auch kompliziert, langsam und unsicher geht? Das scheint die Devise der SPD in Altona zu sein, wenn es um die zukünftige Nutzung des Bunkers in der Schomburgstraße geht.
Zwei Konzepte zur Nutzung des Bunkers lagen vor. Die Cadmus Stiftung wollte im Bunker Sozialwohnungen einrichten, dazu billige Wohnateliers für Künstler. Die Finanzierung war gesichert, einer Genehmigung stand nichts entgegen, das Projekt erfüllte alle Wünsche nach bezahlbarem Wohnraum. In ein, zwei Jahren hätte der Bunker bezogen werden können. Aber: Aus der Traum. Die Stiftung zog zurück.
Der Grund: Die SPD in Altona setzt offensichtlich auf „Kebab e.V.“. Kebab will ein Kraftwerk im Bunker einrichten, das aus Holzschnitzeln produzierte Wärme ins Fernwärmenetz einspeisen soll. Ein politisch-ideologisch korrektes Konzept. Es hat nur einen Fehler - und das sagen sogar Mitglieder der Grünen in Altona, die mit der SPD koalieren: Es ist meilenweit von jeder Möglichkeit der Realisierung entfernt.
Nach Auskunft von Experten wird bisher nirgendwo in Deutschland Wärme in ein bestehendes Fernwärmenetz eingespeist, denn anders als bei Strom ist das technisch äußerst knifflig. Wird das Kraftwerk mit Holzschnitzeln betrieben, müssten täglich Lkw durch eins der engsten Viertel in Altona kurven. Man könnte ja auf Gas ausweichen, meint darauf Kebab e.V.. Ein Gaskraftwerk mitten in einem Wohngebiet? Anwohner haben schon Klagen angekündigt.
Einziger Trost: Die erforderlichen Genehmigungen und Bebauungspläne würden ohnehin Jahre brauchen.
Im Bunker soll nach den Plänen von Kebab auch ein Kulturzentrum entstehen. Grünen-Kultur-Expertin Stefanie Wolpers: „Aber es gibt doch schon drei Kulturzentren im 500-Meter-Radius!“ Und alle haben jetzt schon Probleme mit der Finanzierung; ein neues Kulturzentrum würde diese Probleme verschärfen.
Im Gespräch liefert SPD-Bau-Experte Marc Classen, der Kebab den Rücken stärkt, kaum Argumente für das Kraftwerk. Dafür bringt er jede Menge Einwände gegen den Vorschlag der Cadmus-Stiftung:
Diese hatte vor, den Bunker um zwei Geschosse aufzustocken. Die Wohnungen ganz oben sollten teuer vermietet werden, um die geplanten Sozial- und Künstlerwohnungen in den Stockwerken darunter zu finanzieren. Classen argumentiert, die Luxus-Dachwohnungen führten zur Gentrifizierung: „Von da oben hat man sogar Elbblick!“ Zudem verschatte die Aufstockung den angrenzenden Spielplatz. Dieser und die Grünanlage dürften aber auf gar keinen Fall angefasst werden. Außerdem weist Classen darauf hin, dass Manuel Cadmus Eigentümer einiger benachbarter Häuser sei: „Der will doch nur seinen Besitz arrondieren.“
Fazit: Es wird weiter diskutiert - und am Bunker bleibt erstmal alles so trostlos, wie es ist.
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8 Kommentare
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Volker Gajewski aus Altona | 29.11.2012 | 12:20  
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Angela Banerjee aus Altona | 30.11.2012 | 11:15  
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Reiner Bachmeier aus Altona | 04.12.2012 | 13:15  
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Mirco Beisheim aus Altona | 05.12.2012 | 00:41  
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Dieter Schmidt aus Altona | 07.12.2012 | 16:15  
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Mirco Beisheim aus Altona | 12.12.2012 | 15:45  
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Dieter Schmidt aus Altona | 12.12.2012 | 16:34  
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Mirco Beisheim aus Altona | 12.12.2012 | 16:57  
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