Bundespräsident in Hamburg bereits abgewählt – satirische Aktion beim Presseball gegen Hauptsponsor Vattenfall

Pressemitteilung der Initiative Moorburgtrasse stoppen vom 21.01.12

Samstag abend protestierte die Presseabteilung der Initiative Moorburgtrasse-stoppen
gegen das Auftreten des Vattenfall Konzerns als Hauptsponsor des Hamburger
Presseballs. Die Initiative wirft der „Stiftung der Hamburger Presse“ und der
Landespressekonferenz als Veranstalter vor, die nötige Distanz zu dem umstrittenen
Hamburger Großunternehmen vermissen zu lassen.
Ausgestattet mit einer „persönlichen Einladung“ durch den Bundespresidenten machte
die Presseabteilung in einem satirischen Interview klar, wie grotesk sich die
Hamburger Presse im Verhältnis zu Sponsoren einerseits und in der Berichterstattung
zur Affäre des Bundespräsidenten andererseits verhält. Deutlich machten die
Pressevertreter der Initiative dies am Beispiel des Hauptsponsors Vattenfall.
„In einer Zeit, in der aktuell die Medien dem Bundespräsidenten vorwerfen, sich von
der Großzügigkeit von Freunden beeinflussen zu lassen, sucht sich die
Landespressekonferenz ausgerechnet das Unternehmen Vattenfall als einen der
Hauptsponsoren aus“, so die Aktivisten.
Jedem muss klar sein, dass es Vattenfall darum geht, durch das Sponsoring die
Meinung und damit die Berichterstattung über sich positiv zu beeinflussen. Wörtlich
heißt es auf der Webseite www.hamburger-presseball.de: „Aufgrund seiner
gesellschaftlichen Bedeutung bietet der Ball eine ideale Präsentationsplattform für
Unternehmen.“
Natürlich gilt dies auch für die anderen Hauptsponsoren des Presseballs. Aber
unzweifelhaft steht kein anderes Unternehmen dermaßen in der Kritik der
Öffentlichkeit in Hamburg wie Vattenfall. Erst diese Woche entschied das
Bundeskartellamt, dass Vattenfall sein Fernwärmemonopol in Hamburg zugunsten
auch anderer Anbieter öffnen muss. Ebenso umstritten war bis Ende 2011 die von
Vattenfall vehement geforderte Moorburgtrasse, die nur durch massiven Protest von
Anwohnern und Umweltschützern verhindert werden konnte. Außerdem steht auch
das KoKW Moorburg weiterhin in der Kritik, weil es die Energiewende für Hamburg auf
Jahrzehnte verhindern wird. Im Raum steht außerdem eine Klage Vattenfalls vor dem
Schiedsgericht der Weltbank gegen Deutschland wegen der Energiewende.
„Dies sind alles Gründe, warum gerade die Hamburger Presse von sich aus eine
kritische Distanz zu Vattenfall bewahren sollte, um unparteiisch, objektiv und kritisch
die Auseinandersetzung um die Energiewende in Hamburg zu begleiten. Es ist
bedauerlich, dass sie das aber offensichtlich nicht tut“, so die Aktivisten der Initiative.
„Wenn man ohne die finanzielle Hilfe solcher Sponsoren wie Vattenfall einen Ball
nicht durchführen kann, dann müssen sich die Veranstalter fragen, ob der Ball nicht
eine Nummer zu groß ist. Schließlich werfen die Medien auch dem
Bundespräsidenten vor, in den „falschen Kreisen“ zu verkehren.
Als Nachhilfe für die Veranstalter führten die Pressevertreter daher im
Eingangsbereich ein satirisches Interview und legten am Empfang des Presseballs
persönliche Einladungsschreiben des Bundespresidenten vor. Jedoch mussten die
Pressevertreter der Initiative leider erkennen, daß eine Einladung des
Bundespresidenten in Hamburg nichts mehr gilt (und manche Menschen im
Medienbereich auch keine Satire erkennen, wenn man sie ihnen im wahrsten Sinne
des Wortes vor die Nase hält).
Die Initiative Moorburgtrasse-stoppen weist seit 2009 auf die Umwelt- und Klimafolgen
der seinerzeit von Vattenfall und Stadt geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW
Moorburg bis nach Altona hin. Durch Baumbesetzungen, massiven Protest, aber auch
Unterstützung durch Wissenschaft und Gutachter hat die Initiative erreicht, dass die
Stadt Ende 2011 ihre Unterstützung für das Projekt zurückzog. Weiterhin macht die
Initiative immer wieder auf das Greenwashing des Vattenfall-Konzerns aufmerksam.

Herrn Beisheim, der stellvertretend für die Initiative mit seiner persönlichen Einladung des Bundespresidenten beim Presseball erschien, wurde nicht eingelassen. Sehen Sie hier, wie Herr Beisheim traurig zur Kenntnis nehmen muss, was eine persönliche Einladung des Bundespresidenten heutzutage wert ist:

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