Buddhisten wollen mehr mitreden

Wählten den Tag des Vesakh-Festes am 14. Mai zur Gründung: Die Mitglieder des neuen Vereins „Buddhistische Religionsgemeinschaft Hamburg“. Foto: pr

„Buddhistische Religionsgemeinschaft“ gegründet – das Ziel: ein Staatsvertrag, geregelter Religionsunterricht

Gaby Pöpleu, Bahrenfeld

Mehr als 20.000 Hamburger sind Buddhisten. Damit ist die Hansestadt eine europäische Hochburg dieser Weltreligion. Bei der buddhistischen „Soka Gakkai“-Gemeinschaft in der Stahltwiete 10 wurde jetzt ein ein Verein „Buddhistische Religionsgemeinschaft in Hamburg“ gegründet. Erklärtes Ziel: die Anerkennung als Religionsgemeinschaft und ein Staatsvertrag mit der Stadt, der zum Beispiel regelt, wie buddhistischer Religionsunterricht berücksichtigt werden kann oder Absprachen zur Seelsorge oder zum Baurecht festlegt. Erste Treffen mit Senatsvertretern haben schon stattgefunden.
Tatsächlich gibt es in Hamburg rund 50 buddhistische Zentren und Gruppen verschiedener Richtungen, zum Beispiel das „Buddhistische Stadt-Zentrum Hamburg Liebe-Kraft-Weisheit“ und die „Dzogchen Gemeinschaft Deutschland“, beide in Ottensen, das „Buddhistisches Zentrum Hamburg der Karma Kagyü Linie“ in St. Pauli oder das „Lotus-See Drikung Dharma Zentrum“ in Bahrenfeld. Bisher kochten alle ihr eigenes Süppchen. Das soll nun anders werden: Seit 2014 arbeiten Vertreter der einzelnen Zentren enger zusammen. Daraus ist jetzt die Religionsgemeinschaft entstanden. Sie soll sich um die Interessen aller Hamburger Buddhisten kümmern.
Interessenvertretung für alle Hamburger Buddhisten
Dazu gehört zum Beispiel die gemeinsame Ausrichtung des jährlichen Vesakh-Festes (siehe Kasten). Mit dem Verein gibt es einen zentralen Ansprechpartner für Behörden, Politiker oder Vertreter anderer Religionen. Außerdem wollen die Hamburger Buddhisten, dass auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein buddhistisches Grabfeld eingerichtet wird, planen ein buddhistisches Hospiz. Ein Staatsvertrag soll auch die buddhistische Seelsorge und buddhistische Bauvorhaben wie Stupas (Kuppelgewölbe, d.Red.) und Schreine erleichtern. Dazu wünschen sich die Buddhisten mehr Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Radio. Derzeit gibt es nur zwei- bis dreimal im Jahr 15 Minuten buddhistisches Programm.
Hamburg hat derzeit Staatsverträge mit verschiedenen Religionsgemeinschaften: Mit den christlichen Kirchen, mit der jüdischen Gemeinde, Vertretern des Islam und der Aleviten. Außer den Buddhisten haben zum Beispiel auch die Hindus bisher keinen Staatsvertrag mit der Stadt, streben das aber unter dem Dach des „Zentralrates der hinduistischen Gemeinschaften in Hamburg“ an.

Vesakh-Fest
Das Vesakh-Fest wird anlässlich Buddhas Geburtstag weltweit zum Vollmondtag im Mai oder Anfang Juni gefeiert. An dem Tag feiern Buddhisten den Geburts-, Erleuchtungs und Todestag des historischen Buddha Shakyamuni, der vor ungefähr 2.500 Jahren lebte. In den meisten buddhistischen Ländern Asiens ist Vesakh ein nationaler Feiertag. Das Fest wurde auch von den Vereinten Nationen als weltweiter Feiertag anerkannt.
Zur Feier des Vesakh-Festes gehören Vorträge mit Meditationen, Zeremonien und kurturelle Darbietungen, Musik und Lesungen.
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