Brandstifter sind eine polizeibekannte Gruppe

Durch ein Fenster im Innenhof hatten Unbekannte Steine und einen oder mehrere Brandsätze in die Verlagsräume der Hamburger Morgenpost geworfen. (Foto: Marius Roeer)

Neun junge Männer zwischen 16 und 21 Jahren stehen im Verdacht,
Max-Brauer-Schule und Mopo-Verlagshaus angezündet zu haben.

Jugendliche sollen in der Nacht zum 11. Januar das Verlagshaus der Hamburger Morgenpost in der Griegstraße mit einem Brandsatz angesteckt haben, Jugendliche aus Altona. Beamte der Hamburger Staatsanwaltschaft und Polizei haben in Ottensen, Altona-Altstadt, in der Sibeliusstraße in Bahrenfeld und in St. Pauli in der vergangenen Woche Wohnungen durchsucht. Insgesamt neun Tatverdächtige wurden verhört.
Sie sollen nicht nur die Hamburger Morgenpost angegriffen , sondern in der Nacht zuvor auch versucht haben, die Max-Brauer-Schule in Brand zu setzen, schafften es aber nicht. Bei der Mopo warfen sie mehrere Steine und einen Gullydeckel, den sie aus der Sibeliusstraße gestohlen hatten, durch ein Kellerfenster, danach Brandsätze, die einen Archivraum in Flammen aufgehen ließen.
Das Hamburger Landeskriminalamt hatte unmittelbar nach den Taten eine Sonderkommission unter der Leitung des Staatsschutzes eingerichtet. Seitdem sind Hamburger Staatsanwaltschaft und in der Spitze bis zu 70 Beamte aus allen Bereichen der Polizei mit den Ermittlungen befasst, um sowohl die Taten aufzuklären als auch die von den Tätern ausgehende Gefahrensituation einschätzen zu können.
Erste Erkenntnisse ergaben schnell, dass die Taten in Verbindung miteinander stehen und mit großer Wahrscheinlichkeit von einer der Polizei bekannten Gruppe verübt wurde. Es wurde klar, dass die Täter aus dem unmittelbaren Umfeld der Schule kommen und auch in derUmgebung wohnen. Auch der Gullydeckel war aus der Nähe entwendet worden.
Die neun Tatverdächtigen sind 16 bis 21 Jahre alt und nigerianischer, kamerunischer, türkischer und deutscher Herkunft. Alle sind kriminalpolizeilich bereits in Erscheinung getreten und kommen aus dem nahen Tatortumfeld. Sie sind zum Teil ehemalige Schüler der Max-Brauer-Schule. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung im Polizeipräsidium wurden sie wieder nach Hause entlassen. Zurzeit sind die Ermittler dabei, das in den durchsuchten Wohnungen gefundene Beweismaterial auszuwerten.
Ob oder inwieweit die Taten islamistischen Hintergrund haben, ist noch nicht klar. Die Mopo hatte kurz vor dem Angriff Mohamed-Karikaturen aus dem französischen Satiremagazin „Charlie Hebdo“ abgedruckt.
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