Bombendrohung: Ex-Kickboxer droht Knast

Wollen in Berufung gehen: der Angeklagte Markus K. (49, re.) mit seinem Anwalt. Foto: cvs

Amtsgericht Altona: „Kein Bagatellfall!“

Von Christopher von Savigny. Eine „Brandbombe“ wollte der Angeklagte zunächst losgehen lassen – und kurz darauf einen „Feuerlöscher mit Kugeln und Nägeln“: Dass sich die Ankündigungen von Markus K. (49) dann doch als leere Drohungen erweisen, hilft ihm letzten Endes nicht: Vom Amtsgericht Altona wird K. zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. Die Anklage lautete auf Androhung und Vortäuschen einer Straftat.

„Kein Wort der Entschuldigung“, von K.


Vor dem Richter erscheint der groß gewachsene und korpulente Angeklagte reumütig. „Es gibt kein Wort der Entschuldigung, was soll ich da sagen“, gibt er zu Protokoll. Das war passiert: Im März letzten Jahres gerät K. in Streit mit einem türkischstämmigen Kioskbetreiber am Holstenplatz, der ihm unterstellt, eine Tafel Schokolade gestohlen zu haben. Kurz danach gehen bei der Polizei im Abstand von einer Stunde drei Bombendrohungen ein. Beim letzten Telefonat wird K., der einen münzfreien Notruf in der Düppelstraße benutzt hat, auf frischer Tat ertappt und festgenommen.
Eine als Zeugin geladene Polizistin berichtet von dem gewaltigen Aufruhr, den der Angeklagte verursacht hat. Allein fünf Streifenwagen seien im Einsatz gewesen, dazu zehn Zivilfahnder. „Da wirft man natürlich alles raus, was man hat“, sagt die Zeugin. Auch der Geschäftsbetreiber hatte laut Anklage einiges zu erdulden: Einen ganzen Nachmittag musste der Laden aufgrund des Polizeieinsatzes schließen – mit entsprechenden Umsatzeinbußen.
Mehr über die Motivation von Markus K. verrät ein Blick auf seine Lebensgeschichte: K., der aus dem Rheinland stammt, ist intelligent, macht Abitur und anschließend eine Ausbildung zum Betriebsschlosser. Später versucht er sich als Kick-boxer und rutscht in die Drogenszene ab. Auch am Tattag werden bei ihm 0,6 Promille Alkohol festgestellt – Tabletten sollen ebenfalls im Spiel gewesen sein. Seine Akte im Bundeszentralregister ist lang: 40 Einträge zählt der Richter auf, darunter Diebstahl und Rauschgifthandel. Etwas mehr als ein Jahr hat er bereits hinter Gittern verbracht. Weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat, sieht der Vorsitzende keine andere Möglichkeit: „Das Ganze geht über einen Bagatellfall weit hinaus“, sagt er. Die Verteidigung hat angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
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