„Böses Spiel“ des Investors?

Im unbegrünten Zustand: der Hochbunker an der Feldstraße im Herbst 2017. Foto: Eichbaum

Nach der Ausbootung des Planungsbüros wird weiter um die Aufstockung des Hochbunkers gestritten

Von Gerd Eichbaum. Der Streit um die Umgestaltung des Bunkers an der Feldstraße ist in eine neue Runde gegangen. Bisher hatte er sich zwischen Kritikern und Befürwortern des Projekts daran entzündet, ob die Aufstockung um 20 Meter, der Bau einer Veranstaltungshalle und eines Hotels auf dem Dach und die teilweise Begrünung der Außenwände und des Dachs überhaupt in einem öffentlichen Interesse lägen.

Kündigung ein „normaler Vorgang“ bei Bauprojekten?


Nun hat er sich auch zwischen Befürwortern entzündet. Der Grund: Die Verwaltungsgesellschaft EHP des Eigentümers und Investors Thomas J. C. Matzen Immobilien GmbH & Co KG hat den Vertrag mit seinem ehemaligen Generalunternehmer Interpol gekündigt. Die Kündigung erfolgte bereits im Juni, nur wenige Tage nachdem der Finanzausschuss der Bürgerschaft dem Projekt am 13. Juni zugestimmt hatte. Am 12. Juli hatte dann die Bürgerschaft mit den Stimmen von SPD, Grünen und CDU eine Neufassung des über 99 Jahre laufenden Erbpachtvertrags abgesegnet.
Was verbirgt sich hinter dieser Kündigung? Die bisherigen Antworten auf diese Frage liegen weit auseinander.
So hat die Finanzbehörde in einer Stellungnahme gegenüber dem Hamburger Abendblatt betont, dass bei der Umsetzung die Bedingungen des Bürgerschaftsbeschlusses zu erfüllen seien. „Mit welchem Planungsbüro er (der Investor, Anm.d.Red.) das macht, ist seine Sache.“ Für den Investor sei die Kündigung ein bei größeren Bauprojekten normaler Vorgang. Häufig würde die Ausführung in dieser Hinsicht erfahrenen Architektenbüros übertragen. Interpol dagegen sieht sich als Urheber des Gesamtkonzepts, als mit den gesamten Architektur- und Planungsleistungen beauftragt und immer noch als Träger der Verwertungs- und Nutzungsrechte sowie in der Pflicht, die vertragsgemäße Umsetzung zu gewährleisten.
In den Augen von Heike Sudmann dagegen steckt hinter der Kündigung „ein böses Spiel“ des Investors. „Einmal mehr zeigt sich, dass die vermeintliche Begrünung des Bunkers nur der Türöffner für eine lukrative Bebauung des Bunkers ist“, so die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion der Linken. „Welche Auswirkung die Kündigung des Generalunternehmers auf den Erbbaurechtsvertrag und auf die Baugenehmigung hat, will ich nun mit einer Anfrage an den Senat klären.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.