Bergspitze: Da kann auch der Oberbaudirektor nicht helfen

So etwa soll der Bau aussehen, den der Investor am Goetheplatz plant. (Foto: pr)

Jörn Walter legt eigenen Entwurf für Bau am Goetheplatz vor.

Ein geplanter Bau erregt die Gemüter: Die „Bergspitze“ an der Ecke Große Bergstraße/ Goethestraße. 50 Mietwohnungen und 2.000 Quadratmeter Ladengeschäft will die Hermann Friedrich Bruhn GmbH und Co KG hier errichten. Um das Vorhaben zu verwirklichen, werden noch etwa 130 Quadratneter Grund von der Stadt dazugekauft.
Altonas Politik ist, bis auf die Linke, für den Neubau. Dagegen sind drei Bürgerinitiativen, annaelbe, altopia und Lebendiges Altona. Jetzt hat sich noch jemand in die Diskussion eingebracht: Jörn Walter, Hamburgs Oberbaudirektor, reagierte auf eine Welle von Mails aus Altona - und legte eigene Skizzen vor. „Die sind auch nicht richtig schön“ , meinen die Protestler, „aber besser als das, was unsere Bezirkspolitiker planen“. Den Initiativen ist der Bau viel zu groß - er werde dem Goetheplatz jede Aufenthaltsqualität rauben.
Altonas Politiker zeigen sich gegenüber den protestierenden Bürgern ungewohnt streitlustig. Denn sie sind stolz darauf, einen Kompromiss herbeigeführt zu haben: Der Investor hätte das Recht, Goetheplatz und Große Bergstraße noch enger zuzubauen. Die Politik hat ihn davon abgehalten. Mark Classen (SPD): „Hätte der Investor sich an das geltende Baurecht gehalten, wären Goetheplatz und Wochenmarkt ausradiert!“. Gesche Boehlich (Grüne): „Es handelt sich nicht um eine Wiese im Allgäu, es handelt sich um ein Einkaufszentrum!“ Die Altonaer Regierungskoalition bewegt sich hart an der Grenze zur Provokation mit der Aufforderung an die Bürger: „Sie wollen direkte Demokratie? Melden sie ein Bürgerbegehren an!“
Die Hoffnung der Pro-testierenden, der Oberbaudirektor könne eingreifen, ist vergebens. Denn Jörn Walters Veto ist nur ein symbolischer Akt. Kirs-ten Graupner, Pressesprecherin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: „Herr Walter hat der Bauvoranfrage nicht zugestimmt und sieht gestalterischen Verbesserungsbedarf. Aber die Hoheit hat der Bezirk, Herr Walter trifft nicht die Entscheidungen. Das ginge nur, wenn der Senat die Angelegenheit an sich zieht. Doch mir ist nicht bekannt, dass das geplant ist.“
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Reiner Bachmeier aus Altona | 06.06.2012 | 14:05  
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