Behinderte werden in Altona eingesperrt

Versperrter Zugang zur Straße. Der kleine Mann bleibt auf der Strecke.
Seit 16 Monaten gibt es an der Harkortstraße in Altona Nord Probleme wegen Bauarbeiten. Das schwedische Energieunternehmen Vattenfall baut schon über ein Jahr an seiner Fernwärmeerweiterung. Monatelange Straßensperrungen, von der Stresemannstraße bis über die Gerichtstraße hinaus, sind die Folge. Auch die „Neue Mitte Altona“ entsteht auf dem ehemaligen Bahngelände an der Harkortstraße, viele Neubauten sollen hier entstehen, die Bauarbeiten werden noch Jahre dauern. Die Straßen die von Vattenfall aufgebuddelt und wieder asphaltiert wurden, werden von anderen Firmen wieder aufgerissen um weitere Leitungen zu verlegen. Einige Straßenteile wurden in den letzten Monaten bis zu vier Mal mit Fräsmaschinen und Presslufthammer aufgebrochen, um Rohre zu verlegen und wieder asphaltiert zu werden. Jetzt werden schon wieder Rohre verlegt. Sie werden neben dem Fußweg elektrisch zusammengeschweißt. Ob Schulkinder die neugierig zuschauen blind werden ist anscheinend egal. Die Straße wird gesperrt und zur Werkstatt, das Material blockiert den Zugang zu den Fahrzeugen. Baumaschinen und Baufahrzeuge blockieren weitere Zugänge zur Straße. Behinderte Anwohner kommen nicht mehr zum gerufenen Taxi, wenn der Taxifahrer den überhaupt die sich fast wöchentlich geäderte oder ganz gesperrte Zufahrt zu den Häusern findet.

Eine Feuerwehrzufahrt gibt es nicht, Rettungswagen könnten wenn überhaupt nur mit Verzögerung eintreffen. Den schmalen Gehweg teilen sich Fußgänger, Radler und Motorradfahrer in beiden Richtungen. Behinderte trauen sich schon lange nicht mehr in die Harkortstraße. Eine eindeutige Beschilderung gibt es kaum, denn die Verkehrs Situation ändert sich fast Täglich. Polizei und Feuerwehr haben anscheinend resigniert, die letzte Fußstreife wurde vor über einem Jahr gesehen. Es endeten auch schon Blaulichtfahrten der Polizei an den Straßensperrungen, so genau blickt anscheinend keiner mehr durch. Auch mit Rollstuhl oder Rollator ist es nicht mehr möglich die Harkortstraße gefahrlos zu benutzen, wenn man nicht schon in den tiefen Löchern auf dem zu schmalen Gehweg hängenbleibt oder die fehlenden Fliesenplatten ein Weitekommen unmöglich machen. Bei der Veranstaltung zum ersten Spatenstich für die „Neue Mitte Altona“, wünschte unser Bürgermeister Olaf Scholz allen Firmen ein unfallfreies Arbeiten an dem Projekt. Ob die Anwohner die Bauphasen unbeschadet überstehen interessiert niemanden. Wir Bürger in Altona-Nord sind anscheinend nicht so wertvoll.
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