Bauwagengruppe Zomia am Ziel

Die Zomia-Bauwagen stehen jetzt auf der Brammerfläche neben dem Beach-Club an der Max-Brauer-Allee.

Vertrag für neuen Standplatz in der Schanze vor der Unterzeichnung.

Von Reinhard Schwarz.
Neues Leben auf der Brammerfläche: Die Bauwagen-Gruppe „Zomia“ hat sich auf der Brachfläche an der Max-Brauer-Allee angesiedelt. Derzeit wird dort eifrig gewerkelt, gehämmert und gesägt. „Es ist schön, hier zu sein und nicht mehr abgeschoben zu sein“, sagt Kai Mehring von „Zomia“.
Die 15 Bauwagen der Gruppe mit ihren 15 Bauwagen standen zuletzt am Holstenkamp bei den Häusern der städtischen Einrichtung Fördern & Wohnen. Davor war die Gruppe von einer Brachfläche in Wilhelmsburg vertrieben worden. Nach monatelangem Polit-Gerangel musste die Gruppe den Stadtteil verlassen, auch auf Betreiben der SPD Hamburg-Mitte. Als Retter in der Not hatte sich die Altonaer SPD angeboten, den Bauwagen-Bewohnern Asyl zu gewähren. Fortan standen die Sozialdemokraten im Wort.
Im Schanzenviertel fühle man sich wohler als am abgelegenen Holstenkamp, sagte Kai Mehring: „Obwohl es hier natürlich laut ist. Das wird aber durch die Vorteile aufgewogen. Wir haben den Eindruck, dass wir hier gut aufgehoben und aufgenommen sind.“ So hätten Anwohner zur Begrüßung Kuchen vorbei gebracht, andere boten an, bei Bedarf andere Lebensmittel zu bringen. Als das Wochenblatt zum Gespräch kam, schleppten Anwohner gerade ein altes Sofa auf die Fläche.
Allerdings: Offiziell gibt es noch keinen Vertrag zwischen Bezirksamt Altona und „Zomia“. „Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, es gibt aber keine offenen Punkte mehr“, so Mehring. Dem wird vom Bezirksamt grundsätzlich nicht widersprochen. „Der Vertrag befindet sich in der Endabstimmung, es sind noch Kleinigkeiten in der Nachverhandlung“, erklärte Sprecherin Kerstin Godenschwege. „Wir gehen davon aus, dass in Kürze unterschrieben wird.“ Ein wesentlicher Punkt betrifft die Miete, die bei 10.800 Euro jährlich liegt.
Im Februar hatte die Bezirksversammlung grünes Licht für den Umzug von „Zomia“ auf die Brammerfläche gegeben. Strittig war die Vertragsdauer. SPD, Grüne und FDP wollten nur zwei Jahre gestatten, weil auf der Fläche Gewerbe- und Wohnungsbau geplant sei. CDU und Linke hatten gefordert, die Bauwagengruppe dort so lange wohnen zu lassen, bis die Planungen für eine Neubebauung tatsächlich abgeschlossen seien – also etwa nach drei bis vier Jahren. Nun müssen die „Zomia“-Leute den Platz zum Februar 2014 wieder verlassen.
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Nadine Ruhland aus Bahrenfeld | 22.08.2012 | 13:15  
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