Bauprojekt „Mitte Altona“: Zoff um Energieversorgung

Wo auf diesem Bild noch Bahngleise verlaufen und Hallen stehen, wird derzeit gebaut - ein komplett neues Stadtviertel im Herzen von Altona. (Foto: steg)

Initiative Hamburger Energietisch wirft dem Senat Rechtsverstoß vor.

Von Sabine Langner.
SABINE LANGNER, ALTONA

Die Mitglieder des Hamburger Energietisches (HET) sind sauer. Dieser Zusammenschluss von Menschen setzt sich für die Umsetzung der Energiewende in Hamburg ein. Jetzt werfen die HET-Mitglieder dem Hamburger Senat Rechtsverstöße beim Klima-Modellquartier „Mitte Altona“ vor. Auslöser der Debatte ist ein Gutachten des ehemaligen grünen Umwelt-Staatsrates Christian Maaß.
Hintergrund: 2011 hatte die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt angekündigt, die Wärmeversorgung im geplanten großen Klima-Modellquartier „Mitte Altona“ solle möglichst vollständig klimaneutral und regenerativ erfolgen. „Mit der Vergabe der kompletten Wärmeversorgung an Vattenfall geschieht nun das Gegenteil,“ schimpfen die Mitglieder des HET. „Vattenfall will die 1.600 Wohnungen in der ‘Mitte Altona’ zu 60 Prozent mit Fernwärme aus einer Anlage in der Müllverwertung Borsigstraße versorgen und zu 40 Prozent mit normaler Fernwärme, die überwiegend mit Steinkohle erzeugt wird und daher als klimaschädlich einzustufen ist“, heißt es in der Pressemitteilung des HET.
Christian Maaß behauptet in seinem Gutachten, dass die geplante Versorgung des kompletten ersten Bauabschnitts mit dem „Fernwärme Natur Mix“ von Vattenfall, der auch noch 42 Prozent teurer sein solle als der reguläre Fernwärme-Arbeitspreis, gegen den geltenden Bebauungsplan verstößt.
„Der Klimaschutz der ‘Mitte Altona’ wurde wirtschaftlichen Interessen geopfert,“ schimpft Hanne Harder vom Hamburger Wärmedialog. „Außerdem werden die zukünftigen Bewohner für die Mogelpackung des werbewirksam, aber irreführend betitelten Vattenfall Produkts ‘Fernwärme Natur Mix’ erheblich zur Kasse gebeten.“

Das sagt die Behörde
Die Behörde für Umwelt und Energie weist die Kritk nicht vollständig zurück.
Pressesprecher Jan Dube sagt gegenüber dem Elbe Wochenblatt: „Das Gutachten ist bekannt und wird derzeit analysiert [...]. Die [...] vorgebrachten Argumente werden wir jetzt sorgfältig prüfen.“ Nach bisherigem Erkenntnisstand sei ein Rechtsbruch jedoch nicht erkennbar.
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