Baum-Aktion der Stadt noch nicht richtig in Schwung

Viele Hamburger Straßen sind von Bäumen gesäumt. Die Lücken sollen jetzt mit Hilfe von Spenden der Bürger geschlossen werden. (Foto: cv)
c. Vitt, ch. handke, altona
Die Bäume an Hamburgs Straßen sind den Bürgern lieb und teuer. Da dachte sich die Stadt, man kann die Hamburger doch ins Boot holen. Das Ergebnis: die Aktion Mein Baum - Meine Stadt. So gehts: Der Bürger gibt einen bestimmten Betrag für einen bestimmten Straßenbaum. Sind 500 Euro zusammengekommen, legt die Stadt nochmal dieselbe Summe drauf - der Baum wird gepflanzt. Doch so richtig in Fahrt gekommen ist die Aktion, die im Juni startete und im November endet, bisher nicht.
So wurden von 53 Bäumen in Ottensen bis zum 1. September 22 Bäume gespendet - 31 Baumlücken warten hier noch darauf, geschlossen zu werden. In Altona-Nord sieht die Bilanz noch trauriger aus: 35 Standorte für neue Bäume hat die Stadt vorgeschlagen. Ein einziger Baum kann bisher durch Spenden realisiert werden. In Altona-Altstadt sind vier Bäume gespendet worden; allerdings warten weitere 22 darauf, gespendet zu werden. In Bahrenfeld fehlen 38 Bäume, fünf davon sind schon gesichert. In St. Pauli steht das Verhältnis 28 zu sieben, in der Neustadt 23 zu elf. Leicht wäre es zu folgern: In den ärmeren Stadtteilen haben die Leute das Geld nicht, um Bäume zu spenden. Aber das stimmt so wohl nicht: Zwar sind im Millionärsdorf Nienstedten die beiden einzigen Baumlücken flugs geschlossen worden - aber im auch nicht gerade armen Sülldorf ist bisher keine einzige Baumspende zustande gekommen. Sechs Standorte an der Straße warten noch darauf, gefüllt zu werden.
Wie auch immer die Zahl am Ende lauten wird: Die Stadt muss einiges nachholen. Denn es wurde in den vergangenen zehn Jahren mehr abgeholzt als nachgepflanzt. Fast das gesamte für Straßenbäume zur Verfügung stehende Geld floss bisher in die Pflege der schon bestehenden Bäume, erklärt Volker Dumann, Sprecher der Umweltbehörde.
Ist die Aktion „Mein Baum-Meine Stadt“ also eine durchschaubare Nummer, um die Bürger erledigen zu lassen, was die Stadt nicht hinkriegt – nämlich ausreichend Bäume nachzupflanzen? Behördensprecher Dumann verneint das: „Den Löwenanteil von gut zwei Millionen Euro zahlt die Stadt selbst.“

Hamburg ist in diesem Jahr Umwelthauptstadt, deshalb pflanzt die Stadt 2011 Bäume - und bittet alle Hamburger um finanzielle Unterstützung. Unter www.meinbaum-meine stadt.de sind alle Standorte, an denen Bäume nachgepflanzt werden können, mit genauer Adresse verzeichnet. Wer seinen Wunschbaum gefunden hat, spendet eine Summe X, und wenn 500 Euro zusammengekommen sind, spendiert die Stadt den Rest und pflanzt – Baum inklusive Pflanzung kosten rund 1.000 Euro. Die Spenden werden von der Loki-Schmidt-Stiftung verwaltet.
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