Bald Schluss mit der Abgas-Verpestung?

Kreuzfahrtschiffe wie hier die „Queen Mary 2“ verbrennen in der Regel statt Schiffsdiesel billiges Schweröl und pusten die giftigen Abgase – Feinstaubpartikel und Stickoxide – ungefiltert in die Luft. Seit Langem fordern Umweltverbände eine Landstromversorgung für die Ozeanriesen und die Ausrüstung der Schiffe mit Filtertechnologie. Foto: rs

Kreuzfahrt-Terminal Altona soll in zwei Jahren eine Landstromversorgung bekommen

Von Reinhard Schwarz.
Menschenmassen säumen die Elbufer, wenn die „Queen Mary“ im Hamburger Hafen liegt. Doch viele wissen nicht, dass sie auch während der Liegezeit der Schiffe gefährliche Abgase einatmen. Anwohnern sind einer Dauerbelastung durch Schadstoffe ausgesetzt, denn die Schiffsmotoren laufen während der Liegezeit, um Strom zu produzieren. Deshalb sollen zukünftig die Kreuzfahrtschiffe von Land aus mit Strom versorgt werden.
Die „weißen Riesen“ werden in der Regel mit billigem Schweröl betrieben, einem Abfallprodukt der Ölraffinerien. Entsprechend pusten die
Schiffe Unmengen an ungefilterten Feinstaubpartikeln in die Atemluft, weiterhin werden giftige Stickoxide in die Umwelt abgegeben. Jetzt will die Hansestadt mit „Landstromversorgung“ gegensteuern: Während der Liegezeit am Terminal beziehen die Schiffe, die täglich die Energie einer 50.000-Einwohner-Stadt verbrauchen, ihren Strom dann nicht mehr aus den eigenen Maschinen, sondern von Land aus.
Das Kreuzfahrtterminal in Altona soll in spätestens zwei Jahren mit einer solchen Stromversorgung ausgestattet werden, kündigte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) an: „Mit dem Landstromanschluss in Altona wollen wir ein deutliches Zeichen setzen.“ Das Signal kommt auch bei der Altonaer SPD gut an. „Hier zeichnet sich ein viel versprechender Einstieg ab“, erklärte Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok. „Für die stadt- und klimaverträgliche Weiterentwicklung unseres Hafens ist das ein Schlüsselthema.“
Auch Umweltverbände wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) begrüßen die Initiative. „Darüber hinaus fordern wir von den Reedereien, dass sie statt Schweröl normalen Schiffsdiesel verwenden und eine entsprechende Filtertechnik einsetzen. Denn wenn die Schiffe den Hafen wieder verlassen, werden die Küstenbewohner trotz Landstromversorgung erneut den verbrannten Schweröl-Partikeln ausgesetzt“, Nabu-Sprecher Bernd Quellmalz.
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