Bahrenfelds Schmuddelecke wird aufgeräumt

Das Dreieck Straußstraße (l), von Sauer Straße (unten) und Bahrenfelder Chausee (oben). Hier soll ein achtgeschossiger Bau mit Studentenwohnungen entstehen (ganz rechts) sowie Blockrandbebauung, zur Straußstraße hin niedriger werdend, mit grünem Innenhof für die Bewohner. An der von-Sauer-Straße: unten Läden, oben Wohnungen. An der Straußstraße und an der Bahrenfelder Chausee Maisonettewohnungen mit Vorgarten. (Foto: pr)
 
Das Chinarestaurant "Orchidee" ist seit langem geschlossen. Es wird abgerissen; dort entsteht ein achtgeschossiges Gebäude mit Mini-Wohnungen für Studenten.

Im Mai beginnt der Abriss im Dreieck von-Sauer-Straße /Straußstraße/ Bahrenfelder Chaussee.

Alle Gebäude im Dreieck zwischen den beiden Hauptverkehrsstraßen von-Sauer-Straße und Bahrenfelder Chaussee sowie Straußstraße im Westen werden noch in diesem Jahr abgerissen. Auf der knapp 8.000 Quadratmeter großen Fläche entsteht ein neues Quartier mit Läden und 143 Wohnungen. Dazu als Hingucker: ein achtgeschossiges Gebäude mit rund 180 Studentenwohnungen und Mini-Apartments an der Ecke, wo heute das Chinarestaurant Orchidee steht.
Das Chinarestaurant ist schon lange geschlossen; seine Fenster sind mit Spanplatten verbarikadiert wie auch die Fenster und Türen der anderen Gebäude im Dreieck: Wohnhäuser, alte Villen, ehemalige Geschäftsräume und Läden. Viele Häuser stehen seit Jahren leer. Anspruchslose Zwischenmieter zogen ein. In der Folge kippte das Quartier ab: Eine „Modell-Wohnung“ nach der anderen machte auf, in den Fenstern blinken rote Lichter. Einbrecher knackten leer stehende Häuser, Obdachlose krochen hier unter, immer wieder wurde Feuer gelegt.
Damit soll jetzt Schluss sein - der letzte Mietvertrag endet zum 1. September. Im Mai beginnt der Abriss, ab September wird gebaut. 2015 soll das neue Quartier stehen, sagt Jörg Müller von der Müller Immobilienentwicklung und Consulting GmbH (MIC).
Vor mehr als sieben Jahren hatten Investoren und Makler damit begonnen, den insgesamt 16 Eigentümern ihre Grundstücke abzukaufen, um das Areal als Ganzes neu zu entwickeln. Sie hatten nicht mit dem starken Widerstand gerechnet, der ihnen entgegenschlug. Viele Eigentümer waren hier geboren und wollten bleiben. Die Verhandlungen dauerten doppelt so lang wie veranschlagt, dadurch verteuerte sich das gesamte Unternehmen. Müller gibt zu: „Wir haben überhöht gekauft; manchen Eigentümern haben wir den goldenen Handschlag gegeben.“
Neue Richtlinien in der Politik hätten das  Vorhaben weiter verzögert und verteuert, fügt Müller hinzu. Die politische Vorgabe, mindestens ein Drittel geförderte Mietwohnungen zu errichten, werde mit den Studentenwohnungen erfüllt. Ursprünglich war an dieser Stelle ein Hotel geplant.
Für die frei finanzierten Wohnungen strebt man eine Miete von bis zu 13 Euro kalt an, die Studentenapartments sollen zehn Euro pro Quadratmeter
kosten.
Zahlen und Fakten
Was entsteht? Mini-Apartments für Studenten und Kurzzeit-Mieter, Mietwohnungen (zwei bis vier Zimmer), wenige Eigentumswohnungen, Gewerbe, Einzelhandel. Von-Sauer-Straße: im Erdgeschoss Läden, darüber Mietwohnungen. Straußstraße und Bahrenfelder Chaussee: auch Maisonette-Wohnungen mit Vorgarten.
Wie teuer? Investitionsvolumen: 64,5 Millionen Euro.
Wie hoch? Acht Geschosse an der östlichen Ecke, nach Westen zur Straußstraße hin sinkt die Gebäudehöhe auf vier Geschosse plus Staffelgeschoss ab.
Wo parken? Parkgarage mit Platz für 150 Autos, dazu 76 Stellplätze. Zufahrt über eine Privatstraße, die Bahrenfelder Chaussee und von-Sauer-Straße verbindet.
Wie siehts aus? Architekt Jo Landwehr schweben Bauten in einer Mischung aus Backstein und Putz vor, angelehnt an die Häuser des Altonaer Spar- und Bauvereins.
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1 Kommentar
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Andrea Lechler aus Bahrenfeld | 17.03.2013 | 11:46  
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