Bahrenfelder Eltern-Initiative erhält Preis

Bernarda Doku (l.) und Stefania Florio (r.) freuen sich über den Preis von Stiftungsgründerin Gudrun Halbrock. (Foto: cvs)
Von Christopher von Savigny.
Kindererziehung ist kein Selbstgänger: „Als ich mein erstes Kind bekam, hatte ich überhaupt keine Ahnung“, sagt Bernarda Doku, junge Mutter aus Altona. „Zwischen Studium, Job und Karriere blieb kein Platz, um über so etwas nachzudenken.“ Viele Erziehungsversuche verliefen entsprechend unbefriedigend: Meist endeten sie damit, dass die Mutter sauer wurde und der Sohn bockig.
Erst ein Elternkurs bei „Step“ („Systematisches Training für Eltern und Pädagogen“) brachte Doku auf die richtige Spur: „Man lernt, konsequenter zu sein und klare Grenzen zu setzen“, berichtet sie. Auch ihre Kinder würden von der Fortbildung profitieren. „Sie fühlen sich ernst genommen, weil sie mitentscheiden dürfen“, so die Mutter.
An der Schule Mendelssohnstraße hat sich vor Kurzem eine Elterninitiative gebildet, die junge Mütter – und auch Väter – dazu ermutigt, einen solchen Kurs zu besuchen. Die sieben Mitglieder gehörten zu den ersten, die Anfang des Jahres die zehnwöchige Fortbildung durchlaufen haben. Inzwischen rühren sie selbst die Werbetrommel für das Projekt, schreiben Briefe an andere Eltern und machen sich bei der Schulleitung für „Step“ stark. Für ihr Engagement hat die Initiative jetzt den Elternpreis 2011 der Gudrun-Halbrock-Stiftung erhalten. Mit dem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro wollen die Bahrenfelder Frauen erreichen, dass weitere Mütter und Väter den Kurs besuchen können – insbesondere diejenigen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind.
Erstmals wurde der Preis der 2002 gegründeten Gudrun-Halbrock-Stiftung in diesem Jahr an Hamburger Elterninitiativen vergeben. Fünf Inititiaven erhielten die mit 2.500 bis 5.000 Euro dotierte Auszeichnung. Stifterin Gudrun Halbrock: „Als Psychotherapeutin freue ich mich über alle Eltern, die sich engagiert für den Besuch von Elterntrainings einsetzen. Denn in meine psychotherapeutische Praxis werden häufig Kinder mit Verhaltensstörungen gebracht, weil die Bezugspersonen nicht in der Anwendung humanistischer Erziehungsmethoden geübt sind. Es ist mir daher eine Freude, Eltern auszuzeichnen, die dazu beitragen, dass Elterntrainingskurse institutionalisiert werden.“
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