Bahnstreik? Das kann uns nicht ärgern!

Ihr Zug kommt gleich - trotz Streik! Die Krehns aus Nürnberg - Gerlinde, Johanna, Carina und Pauline - steigen auf dem Rückweg von der Nordsee am Bahnhof Altona in den ICE nach München.

Im Streik am Fernbahnhof Altona - das Wochenblatt traf nur gut organisierte und gut gelaunte Reisende.

Der Streik ist vorbei. Diesmal. Aber die Verhandlung zwischen Deutscher Bahn und Bahngewerkschaft sind noch nicht zu Ende. Bis Redaktionsschluss waren sie noch nicht einmal auf einem guten Weg. Das Wochenblatt hat sich am Streik-Freitag am Fernbahnhof Altona umgeguckt und festgestellt: Deutsche Reisende sind anscheinend super organisiert. Ein Streik kann sie nicht schrecken.
Keine Schlangen im Reisezentrum, niemand kurz vorm Nervenzusammenbruch am Informationsschalter. Der Nachmittag am Bahnhof Altona ist untypisch ruhig. Der Mitarbeiter am Schalter hat sogar Zeit für ein kurzes Schwätzchen mit dem Wochenblatt: „Nee, viel ist nicht los“, bestätigt er. Und der rotbemützte Bahn-Helfer, der auf und ab spaziert und Ausschau hält nach Leuten mit Reiseproblemen, freut sich, als eine Mutter mit Kleinkind an der Hand und Säugling im Kinderwagen auf ihn zusteuert. Aber sie ist keine Streikbetroffene - sie will nur wissen, wo man hier das Baby ungestört wickeln kann.
Wer am Freitag per Zug von Altona abreisen konnte, hatte gute Laune. So wie Petra Geissinger: „Alles ist viel besser als normal, es ist nämlich viel leerer.“ Sie ist auf dem Weg von Föhr nach Frankfurt. Die Privatbahnen fuhren sowieso und: „Ich hab mich erkundigt: Mein ICE nach Frankfurt fährt.“
Fröhliche Gesichter auch bei Familie Krehn: Gerlinde und Johanna sind mit Pauline (5) und Carina (4), viel Gepäck und zwei bunten Laufrädern unterwegs. Sie sind auf dem Rückweg nach Nürnberg. Am Montag sind sie von zu Hause Richtung Norden aufgebrochen - und haben mitten im Kurzurlaub auf Sylt hören müssen: Auf unserem Rückweg streikt die Bahn. Gerlinde Krehn: „Wir haben dann nachgeschaut und festgestellt: es fallen viele Züge aus - aber nicht unserer!“ Sie berichtet, dass die Privatbahn auf dem Weg nach Hamburg an zwei zusätzlichen Stationen gehalten hat wegen des Streiks.
Weniger zufrieden ist Vasiliki Zacharis. Sie ist Taxifahrerin. Ihr Taxi steht als erstes in der langen Reihe von Wagen am Bahnhof. Und steht und steht. „Ich hatte gehofft, dass viel mehr zu tun ist, weil Streik ist“, gibt sie zu. „Aber es ist nur ein bisschen – und kleine Touren.“ Nur an einem einzigen Ort am Bahnhof erkennt man sofort: die Bahn streikt. Das Parkhaus ist voll – mit Autos aus ganz Deutschland.
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