Austauschschüler erschossen – Verhandlung beginnt am Montag

Der 17-jährige Diren Dede aus Altona (l.) starb in der Nacht vom 27. auf den 28. April in Missoula / Montana, wo er ein Austauschjahr verbrachte. Für seinen Tod wird sich Markus K. (r.) ab dem 1. Dezember vor einer Jury verantworten müssen. Die Anklage: vorsätzliche Tötung. (Foto: Fotos: PR /The Missoulian)

Ab dem 1. Dezember steht Markus K. (29) in den USA vor Gericht - er hatte Diren Dede (17) aus Altona getötet.

Am kommenden Montag, 1. Dezember, beginnt im Gerichtsgebäude von Missoula, Montana/USA, die Verhandlung gegen Markus K.(29). Er ist der Mann, der am 27. April dieses Jahres den 17-jährigen Austauschschüler Diren Dede aus Altona erschossen hat.
Die Verhandlung wird wie in den USA üblich vor einer Jury stattfinden und ist auf drei Wochen angesetzt. Das Urteil soll am 19. Dezember fallen. Die Staatsanwaltschaft hält K. der vorsätzlichen Tötung für schuldig. K.’s Anwälte wollen einen Freispruch erreichen – er sei nicht schuldig.
Zur Vorgeschichte: Diren wurde um kurz nach Mitternacht in der Garage von K. gestellt. Dieser feuerte ohne vorherige Warnung von der Einfahrt seines Hauses im Dunkeln mit einer Pistole vier mal in die geöffnete Garage hinein. Zwei Schüsse trafen den 17-Jährigen, er verblutete auf den Boden der Garage. Es wird angenommen, dass Diren, der in dieser Nacht mit dem ecuadorianischen Austauschschüler Robby P. unterwegs war, in der fremden Garage nach Bier suchte. „Garage Hopping“ – in fremden Garagen nach Trinkbaren suchen – gilt in der Schülerszene von Missoula seit Generationen als Mutprobe.
Markus K. plädiert auf nicht schuldig nach der in Montana geltenden „castle doctrine“, die erlaubt, sich in einer Notsituation oder bei Angriff auf sein Eigentum zu verteidigen. Allerdings spricht einiges dagegen, dass K. damit durchkommt. So hatte er schon Wochen vorher angekündigt, zu schießen, sobald er „eins dieser verdammten kids“ in seiner Garage finden würde. Und er hatte augenscheinlich eine Falle gestellt: das Garagentor halb offen gelassen und drinnen die Handtasche seiner Frau gut sichtbar positioniert.
Bevor die Verhandlung beginnt, so die örtliche Zeitung „The Missoulian“, muss K. sich einem psychiatrischen Gutachten unterziehen. Er soll schon 2003 und 2005 wegen Gewalttätigkeiten in Seattle und Missoula vor Gericht gestanden haben.
Da der Fall Diren Dede im „Missoulian“ sehr aufmerksam recherchiert, verfolgt und dokumentiert wird, haben K.’s Anwälte beantragt, die Verhandlung in eine andere Stadt zu verlegen. Die örtliche Berichterstattung habe eine unvoreingenommene Verhandlung unmöglich gemacht. Der Richter lehnte ab.
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