Aus für „Maimouna“?

Elke Straub vom „Kinderladen Maimouna“ bedauert den Wegfall des Spielplatzes. „Wir müssten wieder von vorne beginnen“, sagt sie. Foto: cvs

Holstenstraße: Abrisspläne der Saga bedrohen Kita-Existenz

Ch. v. Savigny, Altona

Mit seinen beiden großen Schaukeln und der langen, geschlossenen Rutsche, die sich von einem grasbewachsenen Hügel herunterwindet, bietet der Spielplatz zwischen den Hochhäusern an der Ecke Holstenstraße / Louise-Schroeder-Straße eine willkommene und gern genutzte Tobefläche für die Kinder aus der Nachbarschaft. Auch Anwohner treffen sich hier regelmäßig, um zu klönen. Doch Ende dieses Jahres dürfte damit Schluss sein: Denn die Besitzerin, das kommunale Wohnungsunternehmen Saga, will auf dem Gelände zwei neue, mehrgeschossige Wohnriegel mit insgesamt 66 öffentlich geförderten Wohnungen und 18 Tiefgaragenplätzen bauen.
Für den multikulturellen „Kinderladen Maimouna“, der in einem nur wenige Meter entfernten Flachbau an der Holstenstraße zuhause ist, kommt das Bauvorhaben einer Katastrophe gleich. „Dann müssen wir dicht machen“, sagt Elke Straub aus dem Leitungsteam. Hintergrund: Laut Vorgabe der Sozialbehörde ist die Kita verpflichtet, ihren kleinen Besuchern eine ausreichend große Außenspielfläche zur Verfügung zu stellen. Zwar läuft der Mietvertrag in knapp zwei Jahren sowieso aus, und man hat sich um Ersatz gekümmert. Allerdings ist die zukünftige Bleibe von „Maimouna“ in der Neuen Mitte Altona voraussichtlich erst im März 2020 bezugsfertig. Sprich: Mehr als 24 Monate hätte die Kita kein Dach über dem Kopf. „Solange können wir unser Personal nicht halten“, sagt Straub. „Es bliebe uns nichts anderes übrig, als wieder von vorne anzufangen.“
Bevor die Saga mit dem Bau beginnen kann, muss zunächst ein alter Weltkriegsbunker abgerissen werden. Wann es damit losgeht, ist unklar: „Derzeit liegen noch keine verbindlichen Projektdetails oder eine finale Ablaufplanung vor“, berichtet Saga-Sprecher Gunnar Gläser. Man werde die Anwohner beizeiten informieren. Weiterhin verspricht das Unternehmen, neue Aufenthaltsflächen zu gestalten, die „sowohl als Spielflächen als auch als Treffpunkt genutzt werden können“.
Vor Ort hat sich indessen eine Anwohnerinitiative gegründet. Mittels Unterschriftenliste will die Ini die Saga zu einer „angemessenen Kommunikation mit ihren Mietern“ auffordern.
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