Aus für die Schilleroper?

Kämpfen für den Erhalt: Ulrike Petersen (li.) und Annalena Kirchler (mit Anton, vier Monate) von der Schilleroper-Initiative. Fotos: cvs

Denkmalschutz soll aufgehoben werden – Bürgerinitiative wehrt sich

Ch. v. Savigny, St. Pauli

Der historischen Schilleroper auf St. Pauli droht möglicherweise das Aus: Laut Senatsantwort auf eine Anfrage der Linken in der Bürgerschaft könnte der bestehende Denkmalschutz aufgehoben werden. Danach habe der aktuelle Eigentümer „umfängliche Gutachten, Bewertungen und eine weitere Planung übergeben, mit dem Ziel einer Befreiung aus dem Denkmalschutz“, heißt es in dem Schreiben. Eine Bewertung dieser Unterlagen habe jedoch noch nicht stattgefunden. Sollte der Senat dem Ersuchen nachkommen, wäre der Weg frei für den Abriss des rund 125 Jahre alten Rundbaus an der Lerchenstraße. Für den Erhalt des Gebäudes kämpft seit zwei Jahren eine lokale Bürgerinitiative.

Für den Erhalt des Gebäudes kämpft seit zwei Jahren eine lokale Bürgerinitiative. „Wir leben und arbeiten hier seit Jahrzehnten und haben eine Interesse daran, dass historische Stadtdenkmäler erhalten bleiben und nicht einfach plattgemacht werden“, sagt Ulrike Petersen, Anwohnerin und Mitglied der Schilleroper-Initiative. Die rund 100 Aktiven haben sich bereits Gedanken über die Weiternutzung des derzeit brach liegenden Gebäudes gemacht. „Sozialverträgliches Wohnen“ oder auch ein „Kultur- und Begegnungszentrum“ gehören zu den Vorschlägen. Um ihrem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen, hat die Initiative eine Petition für den Erhalt der Schilleroper gestartet – 1.500 Unterstützer haben bislang unterschrieben.
Der aktuelle Eigentümer des Gebäudes ist nicht bekannt
Seit 2006 steht die ursprünglich für einen Zirkus erbaute Schilleroper leer. Seitdem rottet sie vor sich hin. Vor fünf Jahren wurde ein Teil des Gebäudes unter Denkmalschutz gestellt – dies betrifft jedoch nur die Stahlkonstruktion der „Rotunde“ im Inneren des Baus.
Pikant: Laut Senatsauskunft hat der jeweilige Hauseigentümer „die Stahlkonstruktion in denkmalgerechtem Zustand zu erhalten“. Dieser Verpflichtung sei er bislang nicht nachgekommen.
Die Initiative müht sich derweil, mit dem Eigentümer in Kontakt zu kommen – derzeit noch ohne Erfolg. An Nutzungsideen hatte es in der Vergangenheit nie gemangelt: Vor vier Jahren wollte einen Klavierfirma das Gebäude übernehmen, später sollten Studentenappartements gebaut werden. Seitdem hat die Schilleroper mehrfach den Besitzer gewechselt. Der aktuelle Eigentümer ist nicht bekannt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.