Aus für den „roten Bunker“

Bunkerabriss: „In etwa zwölf Wochen sollten wir damit durch sein“, sagt Bauleiter Thomas Gräser. Foto: cvs

75 Jahre altes Gebäude an der
Von-Sauer-Straße wird abgerissen

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld

Ein Betonklotz verschwindet für immer: An der Von-Sauer-Straße hat eine Abbruchfirma in den vergangenen Tagen damit begonnen, einen rund 75 Jahre alten Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg abzutragen. Der Abriss erfolgt mittels Sprengung und maschineller Demontage. „Wenn alles gut geht, sind wir Mitte Juni fertig“, sagt Bauleiter Thomas Gräser von der Firma Ehlert & Söhne.
Die meisten Anwohner und Autofahrer dürften den rotgestrichenen Bunker an der östlichen Autobahnauffahrt der A7 gar nicht als solchen erkannt haben: Schon sein farbenfrohes Äußeres ließ das Gebäude nahtlos zwischen den benachbarten Rotklinkerhäusern verschwinden. Sogar aufgemalte Fensterrahmen – einer davon mit Katze – hatte der Hauseigentümer an der Fassade anbringen lassen.

Nun hat es damit leider ein Ende: Ab sofort wird an Wochentagen zweimal täglich gesprengt – jeweils gegen 11.30 Uhr und 15.30 Uhr. Nachbarn haben bereits Anweisung erhalten, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Eine echte Gefahr besteht laut Baufirma jedoch nicht. „Wir machen lediglich Lockerungssprengungen“, erklärt Gräser. Ein spezielles Gerüst mit Schallschutzelementen sorgt außerdem dafür, dass nicht allzuviel Krach nach außen dringt.
Aktuell lassen sich vor Ort die Vorbereitungen begutachten: Viele kleine Bohrlöcher zieren die zwischen einem und 1,50 Meter dicken Bunkerwände. „Durch die Detonationen werden Wände und Decken weich gemacht, den Rest besorgen wir mit unseren Maschinen“, berichtet der Bauleiter. Zusätzlich wird ein Bagger mit Abrisszange per Autokran auf das Gebäude gehievt und soll dort weiteren Beton zerkleinern und wegschaffen.

2015 explodierten im Bunker
Feuerwerkskörper

Der Abriss erfolgt – wie bei solchen Gebäuden nicht unüblich – von innen nach außen und von oben nach unten.
Das dreistöckige und rund 350 Quadratmeter große Gebäude war zuletzt als Lagerraum in Benutzung gewesen. Im August 2015 geriet der Bahrenfelder Bunker kurzzeitig in die Schlagzeilen, als mehrere Tonnen Pyrotechnik in Brand gerieten und teilweise explodierten. Was mit dem Grundstück jetzt geschehen soll, steht noch in den Sternen. „Ein Bauantrag liegt nicht vor“, sagt Martin Roehl, Sprecher des Altonaer Bezirksamts.
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