Aus dem Friedhof Bornkamp wird ein Park

Mannshoch steht an manchen Stellen das Unkraut. Das muss doch nicht sein, meint Uwe Jahrmärcker.

Wird der Friedhof im Zuge seiner Verwandlung nicht genug gepflegt?

Uwe Jahrmärcker ist unglücklich über den Zustand des Friedhofs Bornkamp, auf dem seine Eltern und seine Brüder liegen. „Wir haben das Grab seit mehr als 50 Jahren. Immer war alles gepflegt. Aber seit letztem Jahr verwahrlost der Friedhof. Stellenweise steht das Unkraut meterhoch. Inzwischen sorgen meine Frau und ich nicht nur für das Grab, sondern auch für den verkrauteten Weg davor. Dabei bin ich kein Pingeliger, der jeden Halm ausrupfen muss.“
Der 9,5 Hektar große Friedhof Bornkamp ist mitten in einer großen Verwandlung begriffen. Denn auf dem Friedhof wird niemand mehr beerdigt. Nur Verwitwete dürfen, wenn es so weit ist, noch im Grab ihres Ehepartners beigesetzt zu werden. 35 Jahre nach der letzten Bestattung wird der Friedhof Bornkamp endgültig zur Park- und Grünfläche, so wie es der Friedhof Norderreihe / Wohlerspark heute schon ist. Auch dort existieren die alten Gräber noch, neue kommen aber nicht hinzu.
Es kann sein, dass diese Umwandlung der Grund für die vermeintliche Verwahrlosung ist, die Jahrmärcker so stört. Die Pflege jedenfalls, beteuert Kerstin Harriehausen, Geschäftsführerin der Evangelischen Friedhöfe Altona, sei nicht heruntergefahren worden: „Sie umfasst nach wie vor rund 2.200 Jahres-Arbeitsstunden.“
Die Pflege aller Friedhöfe des Altonaer Kirchengemeindeverbands verursacht ein sechsstelliges Defizit von knapp 400.000 Euro im Jahr. Durch Bestattungen und Grabpflege kommt bei weitem nicht genug Geld zusammen, um den Friedhof Bornkamp aus eigenen Mitteln in Schuss zu halten. Um die Pflege zu vereinfachen - und zu verbilligen -, wird der Friedhof deshalb nach und nach umgestaltet. Harriehausen: „Nebenwege werden zugepflanzt oder in die Rasenflächen integriert, Hecken und Gänge entfernt.“ Das bewirkt auch, dass der Friedhof heller und lichter wird. Harriehausen: „Wir haben viele positive Rückmeldungen; die Leute fühlen sich wohler, weil die engen, heckenbewehrten,
dunklen Gänge wegfallen.“
Doch Harriehausen muss auch zugeben: Das Unkraut wuchert in manchen Ecken wie verrückt. Sie seufzt: „Zwei regenreiche Sommer hintereinander - da kommt kein Gärtner hinterher!“ Und Unkrautmittel zu spritzen ist - bis auf den Hauptwegen - auf dem Friedhof streng verboten.
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