Auf der Suche nach besonderen Drehorten

Am Arbeitsplatz in Ottensen: Nadja Pfeil muss viel telefonieren, um alle Anfragen nach geeigneten Locations erfüllen zu können. Foto: Stahlpress Medienbüro

Location-Scout Nadja Pfeil vermittelt in Ottensen Objekte für Foto- und Filmaufnahmen – ein Porträt

Von Volker Stahl. Verfügen Sie über großzügige Räumlichkeiten – eine Villa in Rissen, eine Penthouse-Wohnung in Ottensen –, zudem gut erreichbar? Oder stammt Ihr Mobiliar fast komplett aus den 1960er-Jahren? Dann sollten Sie sich bei Nadja Pfeil melden. Interessante Objekte und skurrile Einrichtungen für Foto- und Filmaufnahmen zu finden, in Datenbanken einzupflegen und auf Knopfdruck für ihre Kunden parat zu haben, ist die Profession der Hamburgerin mit Büro in Ottensen. Seit sechs Jahren arbeitet die 43-Jährige als Location-Scout.
Die Elbmetropole sei der optimale Standort für ihre Tätigkeit, schwärmt die in der Hansestadt geborene und in Quickborn aufgewachsene Inhaberin der Agentur Scoutforlocation: „Hamburg ist eine fantastische Stadt mit vielen Facetten und verfügt über verschiedene Quartiere – vom studentisch geprägten Altbauquartier bis hin zu Neubauvierteln mit verglasten Architektenhäusern ist alles vorhanden.“
Gefragt sind vor allem „außergewöhnliche Orte, die besonderen Charme versprühen“ – egal, ob neu oder alt, ob hochglanz oder rustikal. Aktuell hält die Agenturchefin vor allem nach Büros sowie leerstehenden Lager- und Fabrikhallen Ausschau: „Altbauwohnungen, Lofts, große Küchen und Häuser im Bauhaus-Stil gehen immer.“ Doch nicht jedes interessante Objekt kommt für die Produktion von Werbespots für „Toffifee“ oder „Nivea“ infrage. Lauschige Ecken an abgelegenen Stränden oder sechste Etagen ohne Fahrstuhl seien nicht geeignet, erklärt Pfeil: „Das mehrköpfige Produktionsteam kann die Ausrüstung nicht dorthin schleppen.“
Ein Traumjob, der großes Organisationstalent verlangt
Wer seine Wohnung oder sein Haus zur Verfügung stellt, erhält für Filmaufnahmen rund 2.000 Euro pro Tag, bei Foto-shootings ist es die Hälfte. Die Anbieter sollten aber starke Nerven haben. „Es ist schon mächtig was los, wenn ein Filmteam ins Haus kommt, aber nach den Dreharbeiten ist davon nichts mehr zu merken“, beruhigt die staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch, Französisch und Spanisch. Nach der anschließenden Ausbildung zur Werbekauffrau studierte sie Medien-Dokumentation und jobbte in einer Fotoagentur: „Dort habe ich gemerkt: Organisation liegt mir.“ Dieses Talent ist in ihrem „Traumjob“, den sie seit der Übernahme der Agentur im Jahr 2010 ausübt, täglich gefragt.
Wenn sie nicht gerade auf der Suche nach geeigneten Orten für Werbefilme, TV-Spots, Imagefilmen, Werbeplakaten und Anzeigen in Magazinen ist oder Kundenanfragen bearbeitet, genießt sie das Familienleben mit ihrem Mann und ihrer siebenjährigen Tochter in Quickborn.
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