Ast fällt auf Kind, Fischmarkt abgesagt

Zum ersten Mal in seiner 310-jährigen Geschichte musste der Fischmarkt am Sonntagmorgen wegen Hochwasser ausfallen. (Foto: cvs)

Ein Wochenende, zwei Stürme: Hamburg von „Elon“ und „Felix“ durchgeschüttelt.

Von Christopher von Savigny und Christiane Handke-Schuller.
Keine Bananen, keine Marktschreier und auch keine Touristen. Stattdessen – nur Wasser! Vergangene Woche musste der sonntägliche Fischmarkt an der Großen Elbstraße abgesagt werden. „Seit der Gründung des Altonaer Fischmarkts vor 310 Jahren ist es das erste Mal, dass er ausgefallen ist“, erklärte Bezirksamtssprecher Martin Roehl.
Die Sturmtiefs „Elon“ und „Felix“ waren am Wochenende über Hamburg hinweggefegt und hatten die Elbflut um bis zu drei Meter höher steigen lassen als üblich. Die Folge: Das gesamte Gelände neben der Fischauktionshalle war überschwemmt.
Wochenblatt Bürgerreporter Michael Borkowski beobachtete: „Nur ein Verkäufer von geräuchertem Fisch hat nach dem ablaufenden Wasser seine Chance gesehen und quasi als Monopolist das große Geschäft gemacht: Eine Traube von Fischmarktbesuchern versammelte sich um seinen Wagen, um die begehrte Ware zu kaufen.“
Die Wassermassen, die sich entlang der Elbe auf Spazierwege, Straßen und Plätzen ausbreiteten, waren sicherlich der spektakulärste Anblick, den die beiden Wochenend-Stürme boten. Doch Elon und Felix hatten auch unangenehme – und gefährliche – Seiten: 1.063 Mal rückte die Hamburger Feuerwehr zu wetterbedingten Einsätzen aus.
Zeitweise wurden mehr als 130 solche Einsätze in nur einer Stunde abgearbeitet. Vollgelaufene Keller mussten leergepumpt, umgestürzte Bäume aus dem Weg geräumt werden. 400 Notrufe in der Stunde kamen zu „Sturm-Spitzenzeiten“ in der Zentrale an – eine logistische Herausforderung ersten Ranges. Zusammen mit den normalenFällen, die an einem Wochenende anfallen, mussten die Feuerwehrleute insgesamt rund 3.500 Mal an die Arbeit. Unterstützt wurden die 400 Männer und Frauen der Berufsfeuerwehr von den 87 Hamburger Freiwilligen Feuerwehren mit ihren knapp 2.500 Helfern und vom Technischen Hilfswerk.
Dramatischer und trauriger Höhepunkt des stürmischen Wochenendes: Am Freitagmittag krachte auf dem Schulhof der Stadtteilschule Bahrenfeld in der Regerstraße ein dicker Ast von einem Baum auf eine Gruppe spielender Sechstklässlerinnen. Einer Zwölfjährigen wurde der Unterschenkel gebrochen, eine weitere Schülerin, ebenfalls zwölf Jahre alt, wurde leicht verletzt. Lehrer und Schüler standen unter Schock und wurden durch die Notfallseelsorge betreut. Die auf dem Schulgelände betroffenen Bäume wurden sofort gefällt.
In den kommenden Tagen soll es weiterhin windig und regnerisch bleiben. Auch Schneefall ist laut Wetterdienst möglich.
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