Aquarell auf Eis

Vladimir Schneider und Maria Fernandez haben das Portrait einer Frau mit grünen Augen und roten Haaren gemalt. (Foto: cvs)

Künstler bemalen Schlittschuhbahn in Planten un Blomen.

Von Christopher von Savigny.
Künstler malen auf Papier oder auf Leinwand, manchmal auch auf Holz oder Stein: In der Indoo-Eisarena haben sich letzte Woche fünf Hamburger Künstler aufs blanke Eis gekniet, um die Schlittschuhbahn mit ihren Kunstwerken zu verzieren. Motto: „Hamburg on Ice“. Wer die großformatigen Bilder bestaunen möchte, sollte sich beeilen: Auf der stark befahrenen Fläche werden sie sich vermutlich nur wenige Tage halten.
Da der Abfluss der Eisbahn direkt an das Hamburger Abwassernetz angeschlossen ist, wurden ungiftige Lebensmittelfarben verwendet. Für die Künstler war insbesondere der Untergrund eine Herausforderung: „Das ist wie Aquarellmalerei mit ganz viel Wasser“, sagt Maria Fernandez, Studentin an der Hochschule für bildende Künste. Zusammen mit ihrem Kommilitonen Vladimir Schneider hat sie ein knallbuntes Frauenportrait aufs Eis gezaubert. Gleich nebenan pinselt Philip Prinz an einem blau-grün-gelben Gemälde, das nur aus Formen zu bestehen scheint. „Ich will mit meinen Bildern nichts Spezielles ausdrücken“, sagt er. „Hauptsache, es sieht gut aus, und die Leute freuen sich daran.“ 15 Quadratmeter bekam jeder „Eismaler“ zur Verfügung gestellt, für Farbe und Pinsel (Materialwert rund 1.000 Euro) sorgten die Betreiber der Schlittschuhbahn.
Durch die ungewöhnliche Kunstaktion hofft Eisbahn-Chef Rolf Schwabe, die Attraktivität seiner Bahn zu steigern. „Wir wollten mal etwas völlig Neues machen“, sagt er und fügt hinzu, das sei im Grunde „ein Schuss ins Blaue“ gewesen, weil noch niemand etwas Ähnliches ausprobiert habe. Nach Abschluss der Malerarbeiten wurden die Werke mit einem feinen Sprühnebel aus Wassertröpfchen beregnet. Die gefrierende Schicht soll die bunten Farben noch ein wenig vor den scharfen Eislaufkufen schützen. „Wenn es gut läuft, machen wir die Aktion nächstes Jahr nochmal“, kündigt Schwabe an.
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