Anwohner wollen keine Betonwüste

Die Wochenmarktfläche auf der Neuen Großen Bergstraße: Im Hintergrund sieht man das zweigeschossige Gebäude („Preis-Oase“), das abgerissen und durch einen sechsgeschossigen Neubau ersetzt werden soll. Darüber gibt es nach wie vor Streit.

Neue Große Bergstraße und Goetheplatz: Abschluss der Planungsrunden mit Bürgern.

Von Reinhard Schwarz.
Das Interesse ist offenbar erlahmt:Lediglich 20 Anwohner kamen zu einem Abschlussworkshop zur Zukunft von Goetheplatz und Neuer Großer Bergstraße in Altona-Altstadt. Oder halten die Bürger das Ganze ohnehin für ein Farce? Diese Kritik gibt es immer wieder.
Seit Mitte August hatten Anwohner Gelegenheit, bei Work-shops ihre Ansichten zu vertreten und Wünsche zum künftigen Antlitz der Ecke nahe des IKEA-Neubaus zu formulieren. Die Teilnehmer sprachen sich eindeutig dafür aus, dass der Goetheplatz eine Fußgängerzone bleiben soll. Diese Forderung zielt vor allem auf den massiven Anlieferverkehr in den Vormittagsstunden. Weitere Vorschläge: eine behindertengerechte, öffentliche Toilette, Lichtspots im Boden, mehr Sitzplätze, mehr Abfalleimer, mehr Grün. „Gefordert werden mehr Bäume, keine Betonwüste“, sagte Ludger Schmitz von der Stadtentwick-lungsgesellschaft steg. Einige der Bürger sprachen sich gar für die Schließung der „Kommunaltrasse“ aus. Gemeint ist damit die vor mehreren Jahren eingerichtete Busspur quer durch die Einkaufsmeile Große Bergstraße.
Im persönlichen Gespräch äußerten Teilnehmer Kritik an der Bürgerbeteiligung. Manche sprachen von einer „Farce“, zumal die Bürger bei der Frage der Bebauung der sogenannten Bergspitze mit einem sechsstöckigen Wohn- und Gewerbehaus (bisher zweistöckig) kein Mitspracherecht hätten (siehe Kasten).
Angesprochen auf diesen Vorwurf antwortete Altonas Baudezernent Dr. Reinhard Gütter: „Es geht hier um die Gestaltung von öffentlichen Flächen, das ist keine Farce. Gestalterisch ist hier viel machbar.“ Zudem sollten die Grundeigentümer, die von der Aufwertung des Bereichs profitieren, an den Kosten des Umbaus beteiligt werden.

Dauerstreit um die "Bergspitze"
Seit Monaten tobt ein Streit um die Zukunft der sogenannten Bergspitze an der Gabelung Neue Große Bergstraße und Große Bergstraße, wenige Meter entfernt vom geplanten Ikea-Kaufhaus. Der Bereich wird in der Debatte als „Goetheplatz“ bezeichnet, obwohl es so einen Platz offiziell nicht gibt.
Der Streit dreht sich um den geplanten Abriss eines zwei- bis dreigeschossigen Gebäudekomplexes am Ausgang der Neuen Großen Bergstraße und Neubau eines sechsgeschossigen Wohn- und Gewerbehauses. Zu hoch und zu massiv, lautet das Urteil der Kritiker. Der Neubau werde zu viel öffentliche Flächen zu
Lasten des dortigen Wochenmarkts in Anspruch nehmen. Der Investor hat bisher nur einen Vorbescheid, eine Baugenehmigung gibt es bisher nicht. Noch befinden sich die fraglichen Flächen im öffentlichen Besitz. RS
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