An der Elternschule sparen? Das wird teuer!

Kursleiterinnen und Kursteilnehmer der Elternschule Altona planen jetzt gemeinsame Aktionen, um auf die Lage der Elternschule hinzuweisen.

Elternschule Altona verliert Leitungsstelle - Mitarbeiter und Eltern protestieren

Die Bürgerschaft hat die Sparbeschlüsse des Senats noch gar nicht abgesegnet - da werden in Altona schon, quasi in vorauseilendem Gehorsam, die ersten Stellen eingespart. Man beginnt bei den Schwächsten: Die Elternschule Altona hat ohnehin nur eine einzige ganze Stelle zur Verfügung; diese wird jetzt halbiert. In Zukunft muss die Elternschule mit einer halben Leitungsstelle und mehreren Honorarkräften auskommen.
„Mit der Streichung wird die Elternschule demontiert; eine Fortführung unserer Arbeit, geschweige denn ihr Ausbau, ist mit einer halben Leitung nicht zu leisten“, erklären die Honorarkräfte. Kursleiterin Marion Brinkers: „ Wenn die halbe Stelle gestrichen wird, fallen inhaltliche Arbeit, Ideenentwicklung, Stadtteilarbeit und Fortbildung weg. Die Leitung verkommt zur reinen Kurs- und Raumverwaltung.“
Die Elternschule Altona sieht seit 50 Jahren ihre Aufgabe darin, Eltern zu beraten, damit die Kinder gut geraten. In den letzten Jahren haben immer mehr ausländische Familien Vertrauen zu dieser Institution gefasst. Und mit Canan Yildirim konnte Hamburg in Altona die erste Elternschulleiterin mit ausländischen Wurzeln vorweisen. Yildirim hat zum 1. April die Elternschule verlassen, sie wurde abgeworben. Sofort strich das Jugendamt Altona ihre halbe Stelle.
Brinkers empört: „Nur weil eine Frau kündigt, kann man doch nicht eine ganze Institution in Frage stellen! Unsere Arbeit leis-tet so viel an Vorbeugung - fällt das weg, wird es später doppelt so teuer!“
Dem Wochenblatt liegt ein Brief der Altonaer Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit, Imogen Buchholz, vor. Sie schreibt: „Ich teile Ihre Auffassung, dass in der Elternschule sinnvolle, präventive Arbeit ge-leistet wird. Mir ist klar, dass präventive Arbeit, die wir heute unterlassen, später höhere Folgekosten nach sich ziehen kann.“ Trotzdem müsse auch das Jugendamt einen Beitrag zu den erforderlichen Einsparungen leisten. „Dafür bitte ich Sie um Verständnis“.
Nun wollen Kursleiter und Eltern versuchen, über die politischen Fraktionen in Altona die halbe Leitungsstelle wiederzubekommen.

Die Elternschule Altona gibt es seit 50 Jahren. Adresse: Max-Brauer-Allee 134, EingangHospitalstraße. Die Leitung teilten sich bis zum 1. April Veronica Stüble (Foto links) und Canan Yildirim.
Rund 300 Menschen nehmen pro Jahr an den Kursen und Veranstaltungen teil.
Die Elternschule kostet einschließlich Miete, Personal-, Sach- und Honorarkosten 140.000 Euro im Jahr. Diese Summe wird aus dem Personalhaushalt des Bezirksamtes finanziert sowie aus dem Geld, das die Sozialbehörde für Familienförderung bereitstellt.
Aus beiden Quellen wird in Zukunft weniger fließen: Die Beträge, die aus der Sozialbehörde an die Elternschule gehen, werden abgesenkt; zusätzlich werden im Bezirksamt Personaleinsparungen erforderlich. CH
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