Altona will Wilhelmsburger Bauwagenleute aufnehmen

Mit Riesenbannern zog der Zug der Bauwagen-Sympathisanten durch die Stadt. (Foto: cvs)
Von Christopher v. Savigny und Christiane Handke. Altona/ Wilhelmsburg. Die Altonaer SPD-GAL-Koalition hat den Zomia-Bauwagenleuten angeboten, sich nach ihrem bevorstehenden Rausschmiss aus Wilhelmsburg im Bezirk Altona niederzulassen. Am Wochenende demonstrierten sie trotzdem. Eigentlich sollte es friedlich werden – doch am Ende flogen Flaschen und Böller.
Rund 2.000 Sympathisanten beteiligten sich an dem Protestzug gegen die geplante Räumung des „Zomia“-Camps am Ernst-August-Kanal. Ch. v. Savigny, Ch. Handke
Altona / Wilhelmsburg
IIn der Hamburger Innenstadt kam es zu Auseinandersetzungen mit Polizisten. Fünf Beamte wurden nach Auskunft der Polizeipressestelle verletzt. Die Beamten nahmen zwei der Demonstranten fest, fünf weitere kamen in Polizeigewahrsam.
Unter dem Motto „Zomia verteidigen. Schreiber abschreiben. Alternatives Leben durchsetzen“ war der Zug am Sonnabendnachmittag vor dem St. Pauli-Stadion gestartet. Zwölf Bauwagen fuhren mit. Nach Spielende schlossen sich auch Fußballfans der Demo an. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 2.050 Beamten erschienen.
Ziel sollte das Bezirksamt Mitte sein. Die Situation eskalierte, als Teilnehmer aus dem sogenannten schwarzen Block Feuerwerkskörper zündeten und die ersten Wurfgeschosse flogen. Daraufhin erklärte die Demoleitung die Veranstaltung für beendet.
Die Frist zur Räumung des seit einem Jahr besetzten Platzes ist letzte Woche abgelaufen. Inzwischen hat der Bezirk Altona seine Hilfe angeboten. „Die Mehrheitsfraktionen in der Bezirksversammlung Altona erklären ihre Unterstützung für eine Genehmigung des Wagenplatzes in unserem Bezirk,“ sagte Thomas Adrian, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion Altona.
Unterkommen sollen die rund 15 Bauwagenleute in Bahrenfeld, wo genau, wird noch nicht verraten. „Wir sprechen demnächst mit den Zomia-Leuten, um zu erfahren, ob sie überhaupt wollen, und wir möchten die Pferde nicht scheu machen, bevor wir wissen, ob daraus wirklich was wird“, erklärte GAL-Fraktionschefin Gesche Boehlich.
Der Bezirk Altona blickt auf viele Jahre des friedlichen Zusammenlebens mit Bauwagenbewohnern zurück.
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