„Altona im Wandel: Soziale Hilfe vor Ort sichern, in einem sozialen Arbeitsmarkt“

v.l.n.r. Klaus Wicher, Inge Hannemann, Dr. Ingo Lembke, Joern Straehler-Pohl, Ingrid Bauer, Ilona Schulz-Müller

Zu Altona gehören nicht nur einige der reichsten Stadtteile Hamburgs wie Nienstedten und Blankenese, sondern auch einige der einkommensschwächsten. Hier sind immer mehr hilfebedürftige Menschen mit geringem Einkommen und Senioren aufgrund fehlender familiärer Hilfe oder zu geringer Sozialleistungen auf kostenlose Hilfe angewiesen. Die Frage für die Zukunft heißt: „Hilfebedürftige in Altona allein gelassen? Um Antworten zu suchen, hatten der SoVD Hamburg und Koala e.V. zu einer Diskussion geladen.

Im Bürgerhaus Bornheide diskutierten Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender SoVD Hamburg, Ilona Schulz-Müller, Sprecherin für Arbeit, Soziales, Integration und Gleichstellung, SPD-Bezirksfraktion Altona; Dr. Ingo Lembke, Sprecher für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung Grüne, Bezirksfraktion Altona; Inge Hannemann, parteilose Bezirkswahlkandidatin, Die Linke Bezirksfraktion Altona sowie Ingrid Bauer, Geschäftsführerin KoALA e.V..

Der umtriebige Beutel-Bär aus Australien gibt den Namen für einen sozialen Beschäftigungsträger, der um die Nöte in Altona. und um Altona herum weiß. Denn: Er betreibt mit etwa 200 vom Jobcenter bezahlten Mitarbeitern gemeinnützige Projekten wie die Suppenküche La Cantina in Ottensen oder die Einrichtung Helpslüüd in Eimsbüttel, die Menschen in vorübergehender Not ebenso hilft wie kranken und älteren Altonaern beim Gang zum Arzt. Bauer berichtet nicht nur von der Arbeit direkt vor Ort in Altona. Sie war es auch, die die Forderung an den Hamburger Senat zuspitzte: „Viele wollen hier im Quartier, in Altona, bleiben, auch wenn sie wegen Alter, Krankheit oder Behinderung auf Hilfe angewiesen sind. Wenn wir ihnen dieses selbstbestimmte Leben ermöglichen wollen, müssen bestehende Hilfen nicht nur erhalten werden. Wir brauchen auch neue Konzepte, um den bald nicht mehr verfügbaren 1-Euro-Job-Kollegen eine Perspektive zu geben.“

„Wir müssen uns dafür stark machen, dass den Worten der Politiker „alle sollten möglichst selbstbestimmt leben können“ auch Taten folgen“, so Wicher. Er stellte dazu die Position des SoVD vor: „Ein neu gedachter öffentlich geförderter sozialer Arbeitsmarkt könnte beiden - den Älteren und Hilfsbedürftigen in Altona ebenso wie denen, die bei Koala e.V. ganze Arbeit leisten - ein solides Fundament geben.. Sie brauchen wie andere auch eine planbare Zukunft“. Wicher verwies auf die Probleme der 1-Euro-Jobs: „Sie haben sich nicht bewährt, weil ein Übergang in eine reguläre Beschäftigung kaum erreicht wurde.“ Ein anders ausgestatteter Arbeitsmarkt könnte, so Wicher, die Ausgaben für Langzeitarbeitslose umwidmen in sinnvolle Arbeit wie bei Koala. In einem ersten Schritt sollten Langzeitarbeitslose in öffentlich geförderten und sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten soziale Arbeit in den Bezirken übernehmen, so Wicher. Wir müssen hier schnell einen deutlichen Schritt voran kommen.

Gerade in Altona haben sich die Strukturen im Zuge u.a. der sogenannten Gentrifizierung verändert. Während früher auch schon mal gute Bekannte und Nachbarn oder Familienangehörige Älteren oder Hilfsbedürftigen zur Seite stehen konnten, wird nun regelmäßige institutionelle Unterstützung gebraucht. „Das fängt an bei kleinen Problemen im Haushalt, beim Einkaufen oder Putzen. Es geht weiter mit der Begleitung zum Amt und hört nicht damit auf, manchen im Gespräch die Einsamkeit des Alltags zu nehmen“, so Bauer. Koala bietet diese Hilfen kostengünstig an. „Das ist dringend erforderlich und muss so bleiben“, führt Wicher aus.
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