Altona hat die giftigste Luft

Hält die Maßnahmen der Stadt für einen „schlechten Witz“: BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch. Foto: BUND

Zu viele Stickoxide: BUND verklagt Stadt – zum zweiten Mal

Von Christopher von Savigny. Sie können Asthma, Herz-Kreislauf-Probleme und Diabetes verursachen: Die Rede ist von den sogenannten Stickoxiden – giftige Gase, wie sie beispielsweise in Autoabgasen, insbesondere von Dieselfahrzeugen, enthalten sind. 2010 hatte die EU dazu einen entsprechenden Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Luft festgelegt. Im Hamburg wird dieser Wert jedoch regelmäßig überschritten. Die Umweltschutzorganisation BUND hat aus dem Grund jetzt Klage erhoben – zum zweiten Mal nach 2014.
„Die Belastung steigt und der Senat unternimmt offenbar nichts. Diese Ignoranz ist nicht länger hinnehmbar“, sagt Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. Man habe nun Akteneinsicht beantragt, um nachzuvollziehen, ob die zuständige Umweltbehörde (BUE) das Thema überhaupt im Sinne des Urteils bearbeite. „Sollten Versäumnisse vorliegen, wird der BUND erneut gerichtliche Schritte prüfen.“

An der Max-Brauer-Allee sind die Werte am höchsten

Vier große Luftmessstationen gibt es in der Hansestadt, allein drei davon stehen in Altona. Zwar sind die Werte innerhalb der letzten drei Jahre nur leicht angestiegen, teils sogar etwas gesunken - doch das vorgegebene Limit wird nach wie vor nicht eingehalten: An der Max-Brauer-Allee lag die Belastung im vergangenen Jahr bei 62 Mikrogramm, die Kieler und die Stresemannstraße stehen im Vergleich dazu mit jeweils knapp 50 Mikrogramm etwas besser da.
Die BUE wehrt sich gegen den Vorwurf der Untätigkeit: „Das Thema Luftgüte hat für den Senat eine sehr hohe Priorität“, sagt Sprecher Björn Marzahn. Aktuell sei die Stadt dabei, einen neuen Luftreinhaltungsplan aufzustellen. „Dieser Plan wird derzeit um zahlreiche zusätzliche Maßnahmen erweitert, die im rot-grünen Koalitionsvertrag verankert sind. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem das Ziel einer Verdoppelung des Radverkehrsanteils in Hamburg oder das Paket zur Ökologisierung des Hafens.“
Der BUND hält die angestrebtenVerbesserungsmaßnahmen für völlig unzureichend. „Es werden Projekte angeführt, die wenig oder viel zu spät zur Entlastung beitragen“, kritisiert Braasch.
Bei der Klage, die jetzt vor dem Verwaltungsgericht eingereicht wurde, geht es um ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro. „Im Grunde handelt es sich um eine symbolische Summe“, sagt BUND-Sprecher Paul Schmid. „Wichtig ist, dass wir damit Druck ausüben können.“
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Kai Dirksen aus Eimsbüttel | 16.03.2016 | 01:36  
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