Altona 93: Umzug zum Diebsteich verzögert sich!

Umzug nach über 100 Jahren: Dirk Barthel, Vorsitzender von Altona 93, zeigte im Frühjahr die Neubaupläne für die Memellandallee. Foto: cvs

Harte Verhandlungen mit dem Bezirk, der Verein will Position durch Machbarkeitsstudie stärken.

Von Folke Havekost. Ein Olympiastadion wird in Hamburg nun zwar nicht gebaut, aber Altona 93 plant weiter den Umzug in eine neue Arena. Der Traditionsverein, dessen Fußballer in der Oberliga kicken, will an der Memellandallee seine neue Heimat finden – mit einer modernen Spielstätte und besseren Trainingsbedingungen auch für die Jugendfußballer.
Allein der Weg dorthin ist schwer. Bereits 2007 schloss der Klub einen Vertrag mit Behrendt Wohnungsbau und dem Altonaer Spar- und Bauverein, die auf der traditionsreichen Adolf-Jäger-Kampfbahn an der Griegstraße Wohnungen errichten wollen – angesichts des Baubooms in Bahrenfeld ein äußerst lukrativer Grund. 11,25 Millionen Euro Kaufpreis wurden im Vertrag vereinbart, der in Kraft tritt, sobald 75 Prozent der Vereinsmitglieder ein Ausweichgelände akzeptieren. Und da beginnen die Schwierigkeiten: Nach langen Verhandlungen bot der Bezirk dem AFC im Frühjahr an, an der Memellandallee unterzukommen, wo der Klub ein Stadion für 3.000 Zuschauer, Trainingsplätze und ein Vereinsheim finanzieren müsste. Das Gelände wäre nur gepachtet – und der Bezirk verhandelte bislang sehr hart –, eine jahrzehntelanges Erbpachtrecht in der Nähe des künftigen Altonaer Bahnhofs müsste Altona 93 teuer bezahlen.

Zweitältestes Fußballstadion in Deutschland

Eigentlich war schon für den Sommer die Präsentation konkreter Pläne vorgesehen, doch angesichts der schwierigen Gemengelage nimmt sich die Vereinsführung lieber mehr Zeit, als durch unzureichende Informationen Misstrauen unter den Mitgliedern zu schüren. Denn bei aller Liebe zum 1908 eröffneten Stadion, dominiert unter den Fans die pragmatische Sichtweise, dass allein der marode Charme der zweitältesten noch bespielten deutschen Anlage den Verein nicht besonders gut in die Zukunft führt. „Wir können damit unheimlich an Substanz und Zuspruch gewinnen“, wirbt Präsident Dirk Barthel, „und es gibt im Bereich Altona keine andere Möglichkeit für uns.“
Nun wurde erst einmal eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Darin werden bis zum Frühjahr 2016 offene Verkehrs- und Lärmschutzfragen geklärt, denn am bislang wenig belebten Diebsteich wird ein neues Wohnquartier entstehen – da können Fußballer, die alle zwei Wochen vor knapp 1.000 Zuschauern spielen, für Konflikte sorgen.
Der Verein erhofft sich von der Studie, in der auch die Wünsche der Mitglieder einfließen, eine bessere Argumentationsposition gegenüber dem Bezirk und der dort vorhandenen Skepsis. Selbst bei einer unerwartet schnellen Einigung, ist mit einem Umzug von Altona 93 aber frühestens 2017 zu rechnen – vielleicht auch erst 2018, was immerhin mit dem 125-jährigen Vereinsjubiläum einhergehen würde.
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