Altes Haus gerettet

Immerhin verkehrsgünstig gelegen: Das Grundstück Bahrenfelder Marktplatz 17 grenzt an die Autobahn A7.

Bahrenfelder Marktplatz 17: Denkmalschutz verhindert Abriss.

Den Abriss alter Häuser zu verhindern ist schwer - gelegentlich gelingt es, nach viel Mühen und Protest. Doch es geschehen noch Wunder: In Bahrenfeld ist jetzt ein schönes, altes Haus gerettet worden - ohne jedes Aufsehen.
Dabei sprach viel für den Abriss des Hauses Bahrenfelder Marktplatz 17: Es ist in einem erbarmungswürdigen Zustand. Der Bebauungsplan weist das Grundstück, auf dem es steht, als Grünfläche aus. Das Haus steht seit mehr als zwei Jahren leer. Und seine Lage direkt an der Autobahn A7 ist denkbar unattraktiv.
In den 60er Jahren wurde das Haus im Zuge des Autobahnbaus von der Stadt erworben - ausdücklich mit dem Ziel, es eines Tages abzureißen. Das Grundstück sollte dem sich im Norden anschließenden Bonnepark zugeschlagen werden. Die Saga verwaltete das Haus. Viel Geld wurde nicht hineingesteckt, man wollte ja abreißen. Zuletzt wohnten Bauwagenbewohner darin.
Schon 1999 war das Haus in derart schlechtem Zustand, dass es ein sogenanntes „Negativ-Attest“ erhielt. Damit galt es offiziell als unbewohnbar, erklärt Nils Fischer vom Bezirksamt Altona. Von diesem Datum an unterlag es nicht mehr den Vorschriften des Wohnraumschutzgesetzes und Leerstand musste nicht verfolgt werden. 2010 wurde die Abbruchgenehmigung erteilt.
Seitdem lag die Finanzbehörde im Clinch mit dem Denkmalschutzamt. Der rote Backsteinbau, 1923/24 mit Anklängen an Expressionismus und Reformstil als Wohnhaus für den Bahrenfelder Bauunternehmer Adolf Hörchert errichtet, ist ein erkanntes Denkmal. Enno Isermann, Pressesprecher der Kulturbehörde: „Innen wie außen haben sich viele historische Details erhalten.“ 
Die Denkmalschützer setzten sich durch. Nun muss das Haus saniert werden - eine teure Angelegenheit nach jahrzehntelanger Vernachlässigung. Mehr als eine Dreiviertelmillion Euro wird die Restaurierung kosten.
Eventuell findet sich eine Möglichkeit, diese Summe zukünftigen Nutzern aufzubürden. Denn angestrebt wird jetzt eine Vermietung des 400-Quadratmeter Hauses. Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde: „Wir planen nicht mehr in Richtung Abriss. Verhandlungen über eine Mietlösung mit privaten Dritten laufen.“ Über Zeiten, Fristen und Kosten dürfe er während diese Verhandlung laufen nicht sprechen. Auch der Pressesprecher der Saga schweigt. Er verweist darauf, dass man das Haus nur im Namen der Stadt verwalte.
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