Alte Fischfabrik wird schick gemacht

Franz Breit, Leiter des Kindertheaters „Wackelzahn“, ist von den neuen Eigentümern durchaus angetan: Sie wollen die Spielstätte erhalten, ein Foyer spendieren und einen Keller für Requisiten zur Verfügung stellen.

Besitzerwechsel: Eckgrundstück im Osterkirchenviertel wurde verkauft.

Monopoly in Ottensen: Immer mehr Grundstücke wechseln heimlich, still und leise den Besitzer. Immobilienfirmen hoffen auf den großen Reibach. Denn das ehemalige Industrie- und Arbeiterviertel mit dörflicher Vergangenheit ist heiß begehrt, gilt bei vielen als noch „authentisch“. Und was als authentisch gilt, ist inzwischen sehr teuer, auch wenn immer mehr Boutiquen und Cafés den Charakter des Viertels in Richtung „Schanzisierung“ nachhaltig verändert haben.
Nach Wochenblatt-Informationen wurde das Eckgrundstück Abbestraße 33, Zeißstraße 42-48, bereits im vergangenen Jahr an eine Immobilienfirma verkauft. Insider munkeln von einem Kaufpreis von 2,7 Millionen Euro. Zu den Gebäuden im Osterkirchenviertel gehört ein Wohnhaus an der Zeißstraße, eine Psychologengemeinschaft in der Abbestraße sowie eine alte Räucherei im Hinterhof. Weiterhin gibt es ein Kindertheater, ebenfalls im Hinterhof.
Marcus Schreiber, Prokurist der Außenalster WPB Wohnungsbau und ehemaliger SPD-Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, bestätigte den Ankauf des Grundstücks durch das Unternehmen. Eine Vertreibung der bisherigen Mieter sei nicht geplant, erklärte Schreiber: „Die Mieter bleiben ganz normal drin. Kauf bricht nicht Miete.“ Vielmehr soll in einer Baulücke ein seiner Umgebung optisch angepasstes Wohnhaus errichtet werden. Die Neubauwohnungen sollen verkauft werden.
Veräußert werden soll auch die frühere Fischfabrik, in der noch bis 2014 Schafsdärme gereinigt wurden. „Der ganze Bereich, überhaupt das gesamte Osterkirchenviertel, steht unter Denkmalschutz“, erläuterte Schreiber. Mit der Psychologengemeinschaft werde noch verhandelt.
Das Kindertheater „Wackelzahn“ bleibt erhalten, verkündete dessen Leiter, Franz Breit. „Die Hausverwaltung hat uns zugesagt, dass das Kindertheater bleibt. Auch wurde uns in Aussicht gestellt, das Theaterfoyer zu vergrößern. Zudem haben wir noch einen Keller als Lagerraum dazu bekommen.“
Also alles halb so wild? Nicht ganz. Denn der alten Kneipe an der Ecke Abbestraße/Zeißstraße wurde gekündigt. Dort sollen Büros entstehen.
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Dirk Heldt aus Finkenwerder | 11.03.2015 | 00:45  
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